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Steuererklärung: Erleichterungen ab 2017

Steuererklärung: Erleichterungen ab 2017

Zu jedem Jahreswechsel treten zahlreiche Gesetzesänderungen in Kraft. Bezüglich der Steuererklärung gibt es einige Veränderungen und zahlreiche Erleichterungen ab 2017. Ziel ist das Steuersystem zu modernisieren und nach und nach auf Papier und Belege zu verzichten.

Frist für die Abgabe verlängert

Eine der wichtigsten Nachrichten: Künftig haben die Steuerzahler zwei Monate länger Zeit, ihre Steuererklärung abzugeben. Das bringt sicher für viele eine Erleichterung und nimmt den Zeitdruck.„Steuermuffel“, die das Thema gerne auf die lange Bank schieben, haben dafür nun noch länger Zeit. Das bedeutet, dass Privatpersonen ihre Steuererklärung für 2017 bis zum 31. Juli 2018 abgeben müssen. Wer einen Lohnsteuerhilfeverein oder Steuerberater beauftragt, hat gar bis Ende Februar 2019 Zeit.

Aber Achtung: Bei einer verspäteten Abgabe droht eine Strafgebühr. Diese liegt im Ermessen des jeweiligen Sachbearbeiters. Sie ist abhängig von der Dauer des Verzugs und kann somit auch bei einem Steuerbescheid von 0 Euro anfallen.

Papierhafte Belege entfallen

Wer bisher schon das elektronische ELSTER-Verfahren nutzte, musste Belege, z. B. von Spendenbescheinigungen oder Mitgliedsbeiträgen,  per Post an das Finanzamt schicken. Auch hier gibt es Erleichterungen ab 2017. Die Belege müssen nicht mehr eingereicht werden. Das Finanzamt kann sie aber nachfordern. Deshalb ist es wichtig diese aufzubewahren, mindestens so lange bis der Steuerbescheid rechtskräftig ist. Aus der Belegvorlagepflicht wird also eine Belegvorhaltepflicht.

Elektronische Übermittlung von Daten weiter ausgebaut

Die Automatisierung wird weiter vorangetrieben. So können Belege künftig elektronisch übertragen werden, z. B. der Nachweis über die Kapitalertragssteuer.

Eine manuelle Prüfung durch Finanzsachbearbeiter wird durch die automatische Prüfung der Steuerbescheide ersetzt. Es werden jedoch Stichproben durchgeführt. Die Sachbearbeiter konzentrieren sich auf die Steuererklärungen, deren Inhalt zur manuellen Prüfung veranlasst. Somit werden die Steuerbescheide automatisch erstellt.

Wer seine Steuererklärung via ELSTER abgibt, hat bisher neben einem elektronischen Steuerbescheid auch einen in Papierform per Post erhalten. Für Einspruchsfristen war die Postzustellung maßgeblich. Nun kann – nach vorheriger Einwilligung – die Zustellung des Steuerbescheides per Post entfallen. Der elektronische Steuerbescheid gilt ab dem dritten Tag im Postfach als zugestellt und ist Grundlage für die Fristberechnung.

Durch die schnellere elektronische Verarbeitung der Daten werden die Finanzämter künftig binnen sechs Monaten eine verbindliche Auskunft über den Steuerbescheid erteilen müssen. Andernfalls müssen sie die Verzögerung begründen.

Weitere Erleichterungen ab 2017

Menschen, die einen Pauschbetrag für eine Behinderung haben, müssen nicht mehr jährlich den Nachweis über ihre Behinderung und ihren Behinderungsgrad erbringen. Es genügt, diesen einmalig bei Abgabe der ersten Steuererklärung einzureichen. Danach ist dies nur notwendig, wenn sich der Grad der Behinderung ändert.

Beim Ausfüllen der Formulare passiert es schnell, dass man einen Zahlendreher hat oder einen Rechtschreibfehler macht. Bisher konnten solche Fehler im Nachhinein nicht mehr geändert werden. Mit der neuen Regelung können diese Fehler gemeldet werden und das Finanzamt ist zur Änderung des Steuerbescheides verpflichtet. Das betrifft auch elektronisch übermittelte Daten von beispielsweise Renten- oder Krankenversicherungen. Diese können bei Fehlern ebenfalls nachträglich geändert werden.

Die Grenze, ab der Steuern gezahlt werden müssen, also der Grundfreibetrag, wird auf 8.820 Euro angehoben.

Sie haben Fragen? Wir haben Antworten und helfen Ihnen gerne bei Ihrer Steuererklärung: der Lohnsteuerhilfeverein. Nehmen Sie Kontakt mit uns auf.

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