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5 Fragen und Antworten zum Steuerklassenwechsel bis 30.11.

5 Fragen und Antworten zum Steuerklassenwechsel bis 30.11.

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Verheiratete oder verpartnerte Arbeitnehmer, die unbeschränkt steuerpflichtig sind und nicht dauernd getrennt leben, haben verschiedene Möglichkeiten der Steuerklassenwahl. Deshalb kann der Steuerklassenwechsel bis zum 30. November für Sie wichtig sein.

Denn bis zum 30.11. ist ein Wechsel der Steuerklasse auch für das laufende Jahr noch möglich. Das ist dann interessant, wenn Sie bei einem Steuerklassenwechsel eine Lohnsteuererstattung erwarten und nicht auf einen Einkommensteuerbescheid warten wollen.

Wir haben die 5 wichtigsten Fragen zum Steuerklassenwechsel für Sie beantwortet:

Wann ist ein Steuerklassenwechsel sinnvoll?
Wann ist ein Steuerklassenwechsel zwingend?
Wie oft ist ein Steuerklassenwechsel möglich?
Was ist für den Steuerklassenwechsel bis 30.11. zu tun?
Was passiert, wenn Sie die Steuerklasse nicht wechseln?

Fazit zum Steuerklassenwechsel

 

Wann ist ein Steuerklassenwechsel sinnvoll?

Als Ehepaar sollten Sie immer diejenige Steuerklassenkombination wählen, die einerseits zu einer geringen Lohnsteuerbelastung, aber andererseits auch zu keiner oder nur geringen Einkommensteuernachzahlung führt.

Beispiele:

Sie erzielen Einkünfte als Arbeitnehmer oder als Pensionär, Ihr Ehegatte bezieht andere Einkünfte z. B. aus einer Altersrente. Die geringste Steuerbelastung entsteht bei Ihnen, wenn Sie die Lohnsteuerklasse III wählen.

Erzielen beide Ehepartner Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit, muss differenziert werden. Als Grundsatz gilt: Sofern sich Ihr Einkommen und das Ihres Ehegatten in der Höhe deutlich unterscheidet, ist im Regelfall die Kombination der Lohnsteuerklasse III/V günstiger.

Fällt das Einkommen eher gleichhoch aus, ist die Kombination der Lohnsteuerklasse IV/IV ratsam. In diesem Fall kann auch die Lohnsteuerklasse IV/IV mit Faktor gewählt werden. Hierbei wird entsprechend den persönlichen Verhältnissen eine genauere Berechnung der Lohnsteuerbelastung erzielt.

 

Aber Vorsicht: Die Lohnsteuerklassenwahl beeinflusst auch Lohnersatzleistungen wie Arbeitslosengeld I, Krankengeld, Elterngeld oder Mutterschaftsgeld.

Tipp: Wenn absehbar ist, dass derartige Leistungen in Zukunft bezogen werden, sollte dies bei der Lohnsteuerklassenwahl vorausschauend mit eingeplant werden. Beispielsweise erhält derjenige Elternteil, der das Elterngeld in Anspruch nehmen will, im Regelfall ein höheres Elterngeld, wenn er rechtzeitig zuvor in die Steuerklasse III wechselt.

Wann ist ein Steuerklassenwechsel zwingend?

Gleichzeitig gibt es auch Situationen, in denen ein Steuerklassenwechsel nicht nur sinnvoll, sondern auch zwingend ist. Dies ist beispielsweise bei einer Trennung der Fall. Haben Sie in einem gesamten Veranlagungsjahr von Ihrem Ehegatten getrennt gelebt, dürfen Sie im Folgejahr nur noch eine Steuerklasse wie Alleinstehende wählen, also Steuerklasse I, oder, falls Kinder vorhanden sind, ggf. Steuerklasse II.

Wie oft ist ein Steuerklassenwechsel möglich?

Bisher konnten Sie im Regelfall nur einmal im Jahr den Steuerklassenwechsel vollziehen, spätestens bis zum 30. November. Ab dem Veranlagungsjahr 2020 dürfen sie die Lohnsteuerklasse mehrmals wechseln, wenn Sie dies für erforderlich halten.

Was ist für den Steuerklassenwechsel bis 30.11. zu tun?

Ein Steuerklassenwechsel oder die Anwendung des Faktorverfahrens für das Kalenderjahr 2020 kann bis spätestens 30. November 2020 beim Wohnsitzfinanzamt beantragt werden.

Hierfür ist ein gemeinsamer, kostenfreier Antrag beider Ehegatten oder Lebenspartner auf einem vom Finanzamt erhältlichen Vordruck zu stellen. Ein Wechsel in die Steuerklassenkombination IV/IV ist auch auf Antrag nur eines Ehegattens oder Lebenspartners möglich.

Hier können Sie den Antrag auf Steuerklassenwechsel online ausfüllen.

Was passiert, wenn Sie die Steuerklasse nicht wechseln?

Sie erhalten eine Ihnen zustehende Einkommensteuererstattung auf jeden Fall im Rahmen der Einkommensteuererklärung. Da Sie diese aber erst im Folgejahr erstellen können und dann noch auf den Einkommensteuerbescheid des Finanzamts warten müssen, kann sich der Zeitpunkt der Steuererstattung erheblich hinausschieben. In der Zwischenzeit steht Ihnen der Erstattungsbetrag nicht zur Verfügung und Sie verzichten auf Zinsen, die allerdings derzeit gering sind.

Kein Wechsel kann auch Vorteile haben

Andererseits kann die Wahl oder die Beibehaltung einer nachteiligen Steuerklasse auch Vorteile bieten. Wie oben bereits erläutert hat die Lohnsteuerklasse Einfluss auf andere Lohnersatzleistungen und kann diese auch erhöhen. Die Ihnen dann noch zustehende Einkommensteuererstattung erhalten Sie im Rahmen der nachfolgenden Einkommensteuerveranlagung.

Fazit zum Steuerklassenwechsel

Schätzen Sie zukünftige Entwicklungen ab, erstellen Sie eine Prognose und legen Sie diese Berechnung Ihren Entscheidungen zugrunde. Lassen Sie sich zu den Möglichkeiten zum Steuerklassenwechsel beraten. Wir sind hier gerne für Sie da, vereinbaren Sie einfach einen Beratungstermin.

Hilfreich für die Lohnsteuerklassenwahl

Die steuerlichen Auswirkungen der Steuerklassenwahl können Sie auch über die Lohnsteuer-Rechner auf den Seiten des Bundesministeriums für Finanzen unter www.bmf-steuerrechner.de überprüfen.


Benötigen Sie Unterstützung? Deutschlandweit stehen Ihnen unsere Beratungsstellen gerne mit Rat und Tat zur Seite. Unsere Beraterinnen und Berater sind Ihre kompetenten und persönlichen Ansprechpartner rund um Ihre Einkommensteuererklärung. Finden Sie jetzt Ihren Steuerexperten vor Ort mit unserer PLZ-Suche.

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