Berater suchen
Servicetelefon
(08724) 965 300 8500
Berater suchen
  • Home
  • Blog
  • Hochwasserschäden steuerlich absetzbar
Hochwasserschäden steuerlich absetzbar

Hochwasserschäden steuerlich absetzbar

Das Wasser kam mit voller Wucht. Der Starkregen verwandelte kleine Bäche innerhalb kürzester Zeit in reißende Flüsse, die über die Ufer traten. Innerhalb von wenigen Minuten liefen so die tiefer gelegenen Teile der Häuser, insbesondere die Keller, aber auch die Räume im Erdgeschoss mit Wasser und Schlamm voll. Fotoalben, Erinnerungsstücke, aber auch Möbel, Elektrogeräte und wertvolle Hausratsgegenstände sind zerstört und müssen entsorgt werden. Nach dem ersten Schock stellt sich für die Bewohner die Frage: Was leistet meine Versicherung? Wie sind Hochwasserschäden steuerlich absetzbar?

Versicherungen

Zunächst ist der Versicherungsschutz zu überprüfen. Sofern auch eine Elementarschadenzusatzversicherung abgeschlossen wurde, werden bei solchen Naturereignissen Schäden am Gebäude von der Wohngebäudeversicherung und zerstörter Hausrat von der Hausratversicherung erstattet. Doch sofern eine solche Zusatzversicherung nicht besteht, ist ein Versicherungsschutz bei Starkregen und Überschwemmung im Regelfall nicht gegeben. Hier schließt sich die Frage an: Sind Hochwasserschäden steuerlich absetzbar?

Hochwasserschaden als außergewöhnliche Belastung

Zwar begründet der Schadenseintritt selbst noch keine außergewöhnliche Belastung, hierfür ist die Schadensbeseitigung bzw. die Ersatzbeschaffung erforderlich. Diese muss im zeitlichen Zusammenhang mit dem Schadensereignis stehen, damit das Finanzamt akzeptiert, dass die Hochwasserschäden steuerlich absetzbar sind; hierfür ist ein Zeitraum von maximal drei Jahren anzunehmen. Sofern es infolge der Schäden durch das Hochwasser erforderlich ist, ein Darlehen aufzunehmen, sind direkt die hierdurch finanzierten Ausgaben und auch die darauf beruhenden Darlehenszinsen abziehbar. Insgesamt sind die Kosten insbesondere für die Wiederbeschaffung von Hausrat und Kleidung und auch für die Beseitigung von Schäden an einer eigengenutzten Wohnung im eigenen Haus als außergewöhnliche Belastung zu berücksichtigen.

Erstattungen Dritter und zumutbare Belastung

Selbstverständlich sind jedoch nur Hochwasserschäden steuerlich absetzbar, die nicht durch Erstattungen Dritter ausgeglichen wurden. Neben den oben dargestellten Zahlungen der Versicherungen kommen Zahlungen durch den Staat oder ggf. durch den Arbeitgeber in Betracht. Ein weiteres Hindernis kann in der zumutbaren Belastung zu sehen sein. Entsprechend den persönlichen Verhältnissen, der Höhe der Einkünfte, Familienstand und Anzahl der Kinder kann sich die zumutbare Eigenbelastung auf ein bis sieben Prozent des Gesamtbetrags der Einkünfte belaufen. Aber auch andere Hilfe im Zusammenhang mit den Steuern gibt es: Die Betroffenen können Stundung von Steuerzahlungen beantragen und weiter können mögliche Unterstützungsleistungen des Arbeitgebers an seine Arbeitnehmer steuerfrei sein, was auch für Darlehensgewährungen gilt.

Fazit:

Es gibt vielfältige Unterstützungen und Möglichkeiten, dass Hochwasserschäden steuerlich absetzbar sind, wobei allerdings einige Besonderheiten zu berücksichtigen sind.


Hier noch weitere Beiträge zum Thema „Was ist steuerlich alles absetzbar?“:

Handwerkerleistungen sind erweitert abzugsfähig

Ausbildungskosten für Kinder – welche Gebühren sind absetzbar?

Was kann man eigentlich noch so von der Steuer absetzen?


Bei der Erstellung von Einkommensteuererklärungen im Rahmen der Beratungsbefugnis gemäß § 4 Nr. 11 StBerG bei Einkünften aus nichtselbständiger Tätigkeit oder Renteneinkünften, und auch bei der Frage, ob Hochwasserschäden steuerlich absetzbar sind, können Sie sich im Rahmen einer Mitgliedschaft in einer von ca. 650 Beratungsstellen des Aktuell Lohnsteuerhilfeverein e.V. qualifiziert beraten lassen.

  • Teilen:

Archiv