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Handwerkerleistungen sind erweitert abzugsfähig

Handwerkerleistungen sind erweitert abzugsfähig

Kosten für Handwerkerleistungen sind in weiterem Umfang von der Steuer absetzbar. Bekanntlich können Ausgaben für Handwerkerleistungen, die Renovierungs- Erhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen zum Gegenstand steuerliche Berücksichtigung finden.

Begünstigt sind hierbei die Arbeits- bzw. Lohnkosten, nicht aber die Materialkosten. Aus diesem Grund weisen Handwerkerrechnungen Arbeits- und Materialkosten getrennt aus. Alternativ ist auch die prozentuale Aufteilung des Rechnungsbetrags in Arbeits- und Materialkosten ausreichend.

Handwerkerleistungen die Hintergründe

Bekämpfung der Schwarzarbeit

Hintergrund der Abzugsfähigkeit von Handwerkerleistungen ist die Absicht des Gesetzgebers, die Schwarzarbeit bei Arbeiten im privaten Haushalt einzudämmen. Die Abzugsfähigkeit ist an weitere Voraussetzungen geknüpft. So muss neben einer ordnungsgemäßen Rechnung auch eine unbare Bezahlung dieser Rechnung erfolgt sein. Die Arbeiten müssen im vorhandenen Haushalt des Steuerpflichtigen erbracht worden sein.

Ausgaben für Handwerkerleistungen sind dann mit 20 %, höchstens EUR 1.200 im Jahr direkt von der Steuerschuld abziehbar.

Einige neuere bemerkenswerte Urteile erweitern nun den Anwendungsbereich der Steuerermäßigung bei Handwerkerleistungen:

Neuanlage eines Gartens

Nach einer Entscheidung des BFH kann auch die Neuanlage eines Gartens eine begünstigte Handwerkerleistung darstellen, wenn der Steuerpflichtige nach Errichtung eines Hauses und Einzug in dieses, erst danach eine Firma mit der Anlage eines Gartens beauftragt (vgl. BFH Urteil vom 13.07.2011, Az.: VI R 61/10). Aber Vorsicht: keine Abzugsfähigkeit, wenn Erstellung des Hauses und Anlage des Gartens gleichzeitig erfolgt und z.B. eine gemeinsame Abnahme stattfindet, da dann ein Haushalt noch nicht vorliegt.

Arbeiten außerhalb des Grundstücks

Ähnlich erfreulich ein Urteil des Finanzgerichts Nürnberg, (Az.: 7 K 1356/14), das letztlich auch vor dem BFH bestand hatte (BFH VI R 45/15). Danach ist der Steuerabzug nicht mehr auf Leistungen beschränkt, die genau innerhalb der Grundstücksgrenze erbracht werden. Lediglich der unmittelbare räumliche Zusammenhang mit dem Grundstück muss erkennbar sein und die Arbeiten müssen dem Haushalt dienen. Letztlich akzeptierten die Gerichte daher die Kosten für Ausbaubeiträge für die Gemeindestraße als begünstigte Handwerkerleistungen. Nicht nur die Kosten für die Erneuerung der Straßendecke, sondern auch für die Erneuerung des Wasseranschlusses und des Gehwegs stellten demnach solche abzugsfähigen Handwerkerleistungen dar.

Denn wie die Gerichte zutreffend feststellten, sei ohne Transportmöglichkeit weder die Versorgung mit Gütern des täglichen Lebens gewährleistet, noch die notwendigen Transporte der in diesem Haushalt lebenden Personen, beispielsweise zu Schule, Arbeitsstelle oder medizinischer Versorgung – und das ist ohne Frage richtig.

Tipp: Lesen Sie auch unseren Blog „Was kann man eigentlich noch so von der Steuer absetzen?“

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