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Steuer absetzen bei Hund, Katze oder Maus

Steuer absetzen bei Hund, Katze oder Maus

Tiere bereichern unser Leben enorm – und zwar Tag für Tag. Man umsorgt sie, kann mit ihnen spielen und kuscheln. Oftmals sind sie wie Freunde für uns. Haustiere bringen seinem Frauchen und Herrchen bei guter Betreuung oftmals eine bedingungslose Liebe und Dankbarkeit entgegen.

Mehr als 5 Millionen Haustiere werden in Deutschland gehalten. Hunde, Katzen, Hasen und vieles mehr. Pferde erfreuen sich ebenfalls großer Beliebtheit, auch wenn Sie streng genommen natürlich nicht als Haustiere gelten. Mehr als 1 Million Pferde gibt es bei uns in Deutschland – vorwiegend für den Reitsport gezüchtet und gehalten.

Wie sieht es eigentlich mit den Kosten für unsere Haustiere aus?

Tiere verursachen meist erhebliche Kosten. Futter, Zubehör, Tierarzt, Versicherung und Betreuung – all das muss gezahlt werden.

Für Hunde gibt es zudem die Hundesteuer. Für Pferde ist sie erstmals in der nordhessischen Stadt Bad Sooden-Allendorf eingeführt worden, andere Gemeinden in Hessen haben sich bereits angeschlossen. 200,– € muss dort jeder Pferdebesitzer pro Jahr bezahlen. In Zeiten von leeren Gemeindekassen überlegen jetzt übrigens auch weitere Gemeinden eine kommunale Pferdesteuer einzuführen.

Tierische Steuern, wird es sie in Zukunft vermehrt geben?

Wie gesagt, für Hundehalter ist es schon normal Steuern zu zahlen. Sie wurde eingeführt um die Haltung von Hunden zu begrenzen. Für andere Haustiere ist bis dato keine Steuer geplant. Anders als bei Pferden, da überlegen einige Gemeinden in Deutschland diese einzuführen. Doch sollten sie sich das gut überlegen, denn viele Pferdebesitzer werden, solange die Steuer noch nicht flächendeckend eingeführt wird, auf andere Nachbargemeinden ausweichen. Weiterhin wird der Verwaltungsaufwand für die Gemeinden sehr hoch sein und oftmals wird sich das bei der eher geringen Anzahl an Pferden nicht lohnen.

Wussten Sie, dass Sie einige Kosten für Ihre Tiere von der Steuer absetzen können?

Für viele Tierbesitzer sind die Kosten die für ihre Lieblinge anfallen tragbar, aber oftmals müssen sie sich dann auf anderen Gebieten einschränken um die Aufwendungen wieder auszugleichen. Fast vier Milliarden Euro wird allein nur für den Heimtierbedarf in Deutschland ausgegeben. Wäre es da nicht schön, wenn sich das Finanzamt an den Kosten ein wenig beteiligen würde?

Tierbetreuung als haushaltsnahe Dienstleistung

Die Tierbetreuung kann als haushaltsnahe Dienstleistung steuerlich berücksichtigt werden, wie einer Entscheidung des Finanzgerichts Düsseldorf (Az.: 15 K 1779/14 E) vom 04.02.2015 zu entnehmen ist.

Was heißt das genau?

Haushaltsnahe Dienstleistungen sind dann abzugsfähig wenn Sie folgende Dinge berücksichtigen:

Es gilt für alle Arbeiten, die im Haushalt regelmäßig anfallen und üblicherweise durch die Mitglieder des Haushalts selbst erledigt werden. Das gilt auch für die Betreuung Ihres Tieres. Wichtig ist nur, dass die Versorgung des Tieres auf dem Grundstück stattfindet. Wenn Sie dem Tier also Futter geben, es bürsten, oder beispielsweise das Katzenklo säubern, ist die Voraussetzung erfüllt. Ein bisschen schwieriger verhält es sich da mit einem Hund, der beispielsweise Gassi geführt werden muss.

Erfreulicherweise ist aber hier der Schwerpunkt der Tätigkeit entscheidend. Auch wenn der Hund Gassi geführt wird, die Beschäftigung auf dem Grundstück, das dortige Toben, Füttern, ein Training oder die Fellpflege jedoch im Vordergrund stehen, kann die Tierbetreuung ebenfalls als haushaltsnahe Dienstleistung abzugsfähig sein.

Selbst die Kosten für den Tierarzt können Sie absetzen, wenn dieser zu Ihnen nach Hause kommt.

Da sie beim Finanzamt ordnungsgemäße Rechnungen vorlegen müssen, inklusive der Bankauszüge ist es unbedingt erforderlich, dass der Tierbetreuer ein Gewerbe angemeldet hat und Ihnen eine Rechnung stellt.

Abzugsfähig sind übrigens 6000,- € im Jahr. Davon können 20 % geltend gemacht werden. Erfreulicherweise erfolgt der Abzug dann aber direkt von der Steuersumme und entfaltet somit seine volle Wirksamkeit. Doch Achtung, das gilt nur für Arbeitskosten der Tierbetreuung, nicht für die Materialkosten.

Die Lohnsteuerhilfevereine sind darauf geschult, im Zusammenhang mit haushaltsnahen Dienstleistungen stehende Sachverhalte sofort zu erkennen und sie für Ihre Vereinsmitglieder zu berücksichtigen. Der Lohnsteuerhilfeverein unterstützt mit seinen ca. 650 Beratungsstellen in Deutschland Ihre Mitglieder bei der Einkommenssteuer ganzjährig. Das gilt jedoch nur aus Einkünften aus nichtselbstständiger Tätigkeit, Renten, Unterhaltsleistungen und bei zusätzlichen Einkünften aus Vermietung oder Kapitalvermögen (bis 13.000 bzw. EUR 26.000 bei Zusammenveranlagung).

 

 

 

 

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