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Fehler bei der Erstellung der Steuererklärung

Fehler bei der Erstellung der Steuererklärung

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So schnell ist’s passiert. Sie übersehen die Frist zur Abgabe Ihrer Steuererklärung und bemerken dies erst kurz vor Ablauf. Es bleibt nichts anderes als die Erklärung auf die Schnelle zu erstellen und das fertige Dokument beim Finanzamt einzuwerfen. Aber ist auch alles richtig?

Inhaltsverzeichnis: 

 

Was tun, wenn die Steuererklärung falsch ist?

Kurze Zeit später fallen Ihnen einige Sachverhalte aus dem vorherigen Jahr ein, die Sie bei der Erstellung versehentlich vergessen haben. Es handelt sich dabei einerseits um steuermindernde Belege, wie Rechnungen über Handwerksleistungen oder Spendenquittungen. Andererseits können sich beispielsweise Belege über zusätzliche Mieteinnahmen negativ auf Ihre Steuerlast auswirken. In beiden Fällen ist die abgegebene Steuererklärung unvollständig und somit falsch. Was nun?

Nachreichung von Unterlagen

Da die Bearbeitung im Finanzamt einen gewissen Zeitraum in Anspruch nimmt, können Sie in diesem Zeitraum die fehlenden Belege noch nachreichen. Sowohl Belege, die zu einer Reduzierung der Einkommensteuer führen, als auch solche, die zu einer Erhöhung führen, können mit einem Begleitschreiben ans Finanzamt geschickt werden und finden so noch ihre Berücksichtigung. Was aber ist zu tun, wenn die Steuererklärung falsch ist und ein Einkommensteuerbescheid auf dieser Grundlage bereits ergangen ist?

Rechtsbehelfsverfahren

Auch hier heißt es zunächst Ruhe zu bewahren und den Zugang des Bescheides zu prüfen. Innerhalb einer Frist von einem Monat nach Zugang des Bescheides kann nämlich Einspruch eingelegt werden.

Wenn die Frist bereits knapp ist, kann ein Einspruch auch schon einmal ohne Begründung eingereicht werden, so dass die fehlenden Belege nachgereicht werden können und so vom Finanzamt noch berücksichtigt werden. Der Einspruch kann zur Not auch per Fax übermittelt werden, um die Frist einhalten zu können.

Das Finanzamt wird den Bescheid daraufhin in vollem Umfang überprüfen. Freilich sind dann auch für den Steuerpflichtigen nachteilige Änderungen noch zu berücksichtigen. Falls dies droht, können Sie Ihren Einspruch aber auch wieder zurücknehmen.

Änderung des Einkommensteuerbescheides

Letztlich kann also sogar eine Änderung eines bereits ergangenen Einkommensteuerbescheides bewirkt werden, wenn die Steuererklärung falsch erstellt wurde und Ihnen dies bei der Prüfung des Bescheides auffällt. Zu beachten ist, dass auch Sachverhalte, die zu einer erhöhten Steuer führen, schnellstmöglich nachgemeldet werden sollten, um Schwierigkeiten mit dem Finanzamt zu vermeiden. In diesem Fall kann der Steuerbescheid auch nach Ablauf der Rechtsbehelfsfrist noch geändert werden. In dieser Situation ist es sinnvoll fachkundigen Rat einzuholen, um die Angelegenheit zu einem guten Abschluss zu bringen, wenn die Steuererklärung auch zunächst falsch erstellt wurde und daher ein fehlerhafter Bescheid ergangen ist.

Bei der Prüfung des Einkommensteuerbescheides kann es auch dazu kommen, dass Sie einen Fehler vom Finanzamt entdecken. Auch in diesem Fall sollten Sie unbedingt Einspruch einlegen, um dies zu korrigieren. Falls Sie dabei unsicher sind, lohnt es sich professionellen Rat einzuholen und den Sachverhalt gemeinsam mit einem Fachmann zu besprechen. Die hierdurch entstehenden Kosten sind häufig geringer als die dadurch erzielbare Steuererstattung.

Bescheide unter dem Vorbehalt der Nachprüfung

Bei Sachverhalten, die vom Finanzamt zunächst nicht eindeutig beurteilt werden können, erlässt das Finanzamt die Bescheide gerne unter dem Vorbehalt der Nachprüfung. Der Vorteil: auch die Steuerpflichtigen können hier solange, bis dieser Vorbehalt aufgehoben wird, noch eine Änderung des Bescheides bewirken. Wir möchten Sie auf folgende Gefahr hinweisen: Nach Ablauf einer gewissen Zeit wird der Vorbehalt der Nachprüfung durch einen neuen Bescheid aufgehoben. Eine Änderung ist dann nur wiederum innerhalb der Einspruchsfrist dieses Bescheides möglich. Da dieser Bescheid aber oft keine konkreten Zahlen enthält, wird seine Bedeutung von den Steuerpflichtigen oft nicht erkannt. Hier heißt es aufmerksam sein! Nach Ablauf dieser Einspruchsfrist sind Änderungen zugunsten der Steuerpflichtigen nur noch sehr eingeschränkt möglich.

Vorläufige Bescheide

Ein besonderes Augenmerk ist auch auf Bescheide zu legen, die in bestimmten Punkten vorläufig festgesetzt wurden. Eine solche vorläufige Festsetzung wird vor allem dann erfolgen, wenn in bestimmten Punkten Entscheidungen des Bundesfinanzhofs anstehen, die für eine größere Zahl von Steuerpflichtigen von Bedeutung sind. Hintergrund ist der Umstand, dass vermieden werden soll, dass eine Vielzahl von Steuerpflichtigen gezwungen ist, Einsprüche einzulegen, was auch zu einer erhöhten Arbeitsbelastung der Finanzämter führt. Ist die betreffende Entscheidung gefallen, werden die Bescheide in den betreffenden vorläufigen Punkten ohne weiteres geändert.


Haben Sie noch Fragen zum Thema „Was ist zu tun, wenn die Steuererklärung falsch abgegeben wurde?“ oder andere Fragen rund um Ihre Steuererklärung? Dann suchen Sie sich eine Beratungsstelle in Ihrer Nähe und lassen Sie sich beraten, im Rahmen einer Mitgliedschaft begrenzt nach § 4 Nr. 11 StBerG. Ihr Aktuell Lohnsteuerhilfeverein e.V. hilft Ihnen gerne weiter!

 

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