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Was Studenten von der Steuer absetzen können

Was Studenten von der Steuer absetzen können

Das Studentenleben wird immer teurer, doch viele Kosten können Studenten von der Steuer absetzen. Wir erklären euch, wie Studenten Steuern sparen.

    1. Diese Kosten können Studenten absetzen
    2. Kosten der ersten Ausbildung als Sonderausgaben
    3. Kosten der Fort- und Weiterbildung

Nein, so richtig locker ist das Leben als Student nicht mehr und es besteht auch nicht nur aus Feiern. Meist ist vielmehr zielstrebiges Lernen angesagt. Auch im Hinblick auf ihre Finanzen sollten die Studenten einen Überblick haben, denn besonders in den Hochschulstädten steigen die Mieten an. Fahrtkosten, Bücher und Arbeitsmittel für das Studium kommen hinzu. Da reicht die Unterstützung durch Eltern oder BAföG oft nicht mehr aus. Häufig muss daher ein Nebenjob angenommen werden. Aber besteht dann die Gefahr, dass hierfür auch noch Steuern gezahlt werden müssen? Und wie sieht es in den nachfolgenden Jahren aus? Welche Kosten können Studenten von der Steuer absetzen? Wie können sie Steuern sparen?

 1. Diese Kosten können Studenten absetzen

Alle Kosten, die im Zusammenhang mit dem Studium angefallen sind, können steuerlich relevant sein. Also können Fahrtkosten, Arbeitsmittel, wie Bücher, PC, Drucker, Papier, Büromaterial und Porto, Semestergebühren, Prüfungsgebühren, die Miete im Rahmen eines doppelten Haushalts, Verpflegungsmehraufwendungen und ggf. Zinsen für einen Kredit ansetzbar sein. Die Belege sollten jedes Jahr gesammelt und aufgehoben werden.

2. Kosten der ersten Ausbildung als Sonderausgaben

Grundsätzlich muss zwischen der ersten Ausbildung und einer Fort- oder Weiterbildung unterschieden werden. Die erste Ausbildung, die erste Lehre oder das erste Studium, die abgeschlossen werden, sind als Erstausbildung anzusehen. Führt diese Ausbildung zu keinem Verdienst, können die angefallenen Kosten lediglich als Sonderausgaben in Höhe von 6.000 Euro angesetzt werden. Das klingt leider besser, als es ist, weil bei einem Nebenjob meist ohnehin nicht mehr als der Grundfreibetrag in Höhe von 9.000 Euro (für 2018) zu erzielen sein wird. Die Steuer wird dann ohnehin zurückerstattet oder überhaupt nicht erhoben. Werden dann die durch das Studium angefallenen Sonderausgaben angesetzt, kann dies nur für das Jahr erfolgen, in dem sie gezahlt wurden. Sie wirken sich dann oft mangels ausreichender Höhe des Einkommens nicht aus und gehen so verloren. Ein typischer und häufiger Fall für Studenten ist das Bachelor-Studium.

3. Kosten der Fort- und Weiterbildung

Als Fort- oder Weiterbildung andererseits ist jede beruflich veranlasste Ausbildung nach Abschluss des Erststudiums zu bewerten. Häufig handelt es sich um ein Master- oder Zweitstudium. Die Bildungsmaßnahme dient damit bereits der Erwerbstätigkeit, da ein erster Beruf bereits vorhanden ist. Die hieraus entfallenden Kosten können in voller Höhe als Werbungskosten bei einem Arbeitnehmer berücksichtigt werden. Sofern die Kosten ein geringes oder noch nicht vorhandenes Einkommen übersteigen, können auch negative Einkünfte entstehen. Das kann sich auch über mehrere Jahre auswirken. Die Kosten werden vom Finanzamt als Verlust festgestellt und vermindern in den nachfolgenden Jahren die Steuern. Dies ist besonders erfreulich und wirkungsvoll, wenn der Verdienst nach der Fort- und Weiterbildung deutlich ansteigt.

Entscheidung des BFH und des BVerfG

Diese unterschiedliche Auswirkung als Werbungskosten auf der einen Seite und sich nur beschränkt auswirkenden Sonderausgaben auf der anderen Seite wird zunehmend und insbesondere auch von verschiedenen Finanzgerichten als unbefriedigend angesehen. Der Bundesfinanzhof hat hierzu zwei Verfahren wegen eines möglichen Verstoßes gegen den Gleichheitsgrundsatz dem Bundesverfassungsgericht zur Entscheidung vorgelegt (BFH, Beschlüsse vom 17.07.2014, Az.: VI R 2/12 und VI R 8/12). Hierzu bleiben die vielleicht noch im Laufe des Jahres 2018 ergehende Entscheidung des BVerfG abzuwarten. Im Hinblick darauf sollten Studierende jedoch bei vergleichbaren Sachverhalten ihre Steuererklärung abgeben, die Ausbildungskosten als Werbungskosten eintragen und die Verlustfeststellung beantragen. Bei einem positiven Ausgang der Verfahren können alle diejenigen profitieren, die in einer ähnlichen Situation und aktiv geworden sind.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wie und welche genauen Kosten Studenten von der Steuer absetzen können, vereinbaren Sie gerne einen Termin bei Ihrer Beratungsstelle vor Ort. Unsere Beraterinnen und Berater des Lohnsteuerhilfevereins beraten Sie gemäß der eingeschränkten Beratungsbefugnis nach § 4 Nr. 11 StBerG im Rahmen einer Mitgliedschaft.

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