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Hochzeit – die erste Steuererklärung als Ehepaar: was ist zu beachten?

Hochzeit – die erste Steuererklärung als Ehepaar: was ist zu beachten?

Verliebt, verlobt, verheiratet und jetzt steht die erste Steuererklärung als Ehepaar an. Was sich für Verliebte nach der Hochzeit ändert und was zu beachten ist, erfahren Sie hier.

Das Wichtigste in Kürze

  • Mögliche Steuerklassenkombinationen: III / V bei unterschiedlich hohem Einkommen, IV / IV bei etwa gleichhohem Einkommen, IV / IV mit Faktor bei etwa gleichhohem Einkommen und möglichst geringer Abweichung zum späteren Steuerbescheid
  • Steuerklassenwechsel bis zum 30. November beim Finanzamt möglich
  • Beeinflussung der Einkommensersatzleistungen durch die Steuerklassenwahl
  • 1.602 Euro Sparerfreibetrag für Kapitaleinkünfte mit freier Aufteilung zwischen den Eheleuten
  • Ehegattensplitting und gemeinsame Steuererklärung: mit größerem Unterschied zwischen den Einkommen der Eheleute auch größerer Splittingvorteil
  • Vorsicht bei annähernd gleichen Einkommen: möglicherweise Einzelveranlagung günstiger

 

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Das ist für Ehepaare interessant: 


Die erste Steuererklärung als Ehepaar

Bekanntlich soll er einer der schönsten Tage im Leben eines jeden Menschen sein – der Hochzeitstag. Für frischgebackene Ehepaare ändert sich dann aber so einiges, auch in steuerlicher Hinsicht. Jedenfalls nach Hochzeitsfeier und Flitterwochen bleibt dann meist wieder etwas Zeit, sich um finanzielle und steuerliche Angelegenheiten zu kümmern.

Wahl der Steuerklasse

Ehepartner:innen haben die Wahl zwischen mehreren Steuerklassenkombinationen. Sofern sich das Arbeitseinkommen in der Höhe stark unterscheidet, ist die Steuerklassenkombination III / V zu empfehlen. Der:die Ehegatte:in mit dem höheren Einkommen wählt dann die Steuerklasse III mit einer anteilig geringeren Steuerbelastung, der:diejenige mit dem geringeren Einkommen die Steuerklasse V mit einer relativ hohen Steuerbelastung. Beide zahlen dadurch jedoch schon während des Jahres insgesamt relativ geringe Steuern, sodass sie sofort über höheres gemeinsames Nettoeinkommen verfügen können.

Bei etwa gleichhohem Einkommen kann die Steuerklassenkombination IV / IV gewählt werden, wodurch eine realistische Steuerbelastung erzielt werden kann.

Die Kombination IV / IV mit Faktor kommt als dritte Variante in Betracht, wenn der Verdienst beider Partner:innen ebenfalls ähnlich ist und ein Ergebnis erzielt werden soll, welches eine möglichst geringe Abweichung vom späteren Steuerbescheid aufweist. Damit lässt sich insbesondere eine spätere Steuernachzahlung verhindern.

Frist zum Steuerklassenwechsel

Eine Änderung der Steuerklassen beim Finanzamt ist jederzeit möglich, muss jedoch spätestens bis zum 30. November des laufenden Jahres erfolgen. Wenn Sie also z. B. im Sommer heiraten, können Sie noch bis zum 30.11. eine günstige Lohnsteuerklasse für sich und Ihre:n Ehegatten:in wählen und damit im laufenden Jahr ein hohes Nettoeinkommen sichern.

Einkommensersatzleistungen

Bei der Wahl der Steuerklassenkombination sollten Sie auch beachten, dass die Entscheidung auch die Höhe der Entgelt-/Lohnersatzleistungen, wie Arbeitslosengeld I, Unterhaltsgeld, Krankengeld, Übergangsgeld, Elterngeld und Mutterschaftsgeld oder die Höhe des Lohnanspruchs bei der Altersteilzeit beeinflussen kann. Eine vor Jahresbeginn getroffene Steuerklassenwahl wird bei der Gewährung von Lohnersatzleistungen von der Agentur für Arbeit grundsätzlich anerkannt. Lassen Sie sich rechtzeitig hierzu beraten.

Höhere Freibeträge bei Kapitaleinkünften

Sofern nur ein:e Ehegatte:in Zinserträge hat, kommt ihm:ihr der Sparerfreibetrag in Höhe von 801 Euro zweimal zugute. Der gesamte Freibetrag in Höhe von 1.602 Euro kann zwischen den Ehegatten frei aufgeteilt werden, ohne dass hierfür bereits Abgeltungssteuer gezahlt werden muss. Frisch Verheiratete müssen auch nicht bis zur ersten Steuererklärung als Ehepaar warten, um zu viel gezahlte Abgeltungssteuer zurückzuerhalten. Sie können sich also auch direkt nach der Heirat an die Bank wenden und einen entsprechenden Freistellungsauftrag erteilen.

Ehegattensplitting

Aber auch wenn Sie keine Zeit oder Lust hatten, sich mit dem Thema „Steuern“ und der Steuererklärung als Ehepaar gleich nach der Hochzeit zu beschäftigen, können Sie noch profitieren. Denn bereits im Jahr der Eheschließung können Sie sich auf jeden Fall zusammen veranlagen lassen.

Sie geben also eine gemeinsame Steuererklärung ab und können den Splittingvorteil erzielen. Das bedeutet, dass das Einkommen der Eheleute zusammen – und jedem:r Ehegatten:in davon die Hälfte – zugerechnet wird. Nach Berechnung der Steuer wird diese verdoppelt und ergibt die Steuerbelastung für beide Partner:innen.

Aufgrund der relativ höheren Steuerbelastung bei ansteigenden Einkommen kann sich ein erheblicher Vorteil ergeben. Je stärker sich das Einkommen der Ehegatten:innen unterscheidet, um so günstiger wirkt sich die Zusammenveranlagung aus. Wenn Sie sich um die Steuerklassen oder Freibeträge nicht gekümmert haben, können Sie eine höhere Steuerbelastung im Rahmen der Einkommensteuererklärung noch vermeiden und ggf. eine hohe Einkommensteuererstattung erzielen.

Gemeinsame Veranlagung oder Einzelveranlagung?

Hier ist Vorsicht geboten, denn bei einem annähernd gleichen Einkommen kann auch die Einzelveranlagung günstiger sein. Und hier müssen Sie selbst aufpassen, denn das Finanzamt veranlagt Sie so wie beantragt und berücksichtigt nicht von selbst die günstigere Variante. Was für Sie als Eheleute günstiger ist, können unsere Berater:innen des Lohnsteuerhilfevereins prüfen. Wenden Sie sich am besten an eine unserer Beratungsstelle lassen Sie sich umfänglich zu Ihrer ersten Steuererklärung als Ehepaar beraten!


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Über den Autor:
Ulrich Danner

Als Vorstand und Berater ist Ulrich Danner seit vielen Jahren ein Visionär unseres Lohnsteuerhilfevereins und hat stets im Blick, wie sich unsere Weiterentwicklung zukünftig gestaltet. Sein Fokus liegt darauf, unseren Beratungsstellenleiter:innen moderne und digitale Hilfsmittel zur Verfügung zu stellen, um unseren Mitgliedern den besten Service bieten zu können. Dank seines Studiums mit den Schwerpunkten Steuerrecht und Marketing und seiner Affinität zur Technik ist er unser Mann für Marketing und fördert die Digitalisierung mit dem Blickwinkel des steuerlichen Beraters.