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Krankenversicherungsbeiträge des Kindes steuerlich absetzbar?

Krankenversicherungsbeiträge des Kindes steuerlich absetzbar?

Die Krankenversicherungsbeiträge des Kindes können Eltern unter bestimmten Bedingungen bei der Steuererklärung absetzen. In unserem Beitrag erklären wir, worauf Sie achten müssen, damit Sie die Beiträge als Sonderausgaben abziehen können. Außerdem berichten wir über die Entscheidung des Bundesfinanzhofs vom 13.03.2018.

Inhaltsverzeichnis:


Bei wem sind die Krankenversicherungsbeiträge des Kindes absetzbar?

Einer Entscheidung des BFH X R 25/15 vom 13.03.2018 lassen sich gute Nachrichten für Sie als Eltern von in Ausbildung befindlichen Kindern entnehmen. Im Nachfolgenden informieren wir Sie über das Urteil des BFH. Dabei wurde entschieden, ob die Eltern die Krankenversicherungsbeiträge als Sonderausgaben abziehen können und welche Voraussetzungen dafür gelten.

Sonderausgabenabzug beim Kind

Der Entscheidung des Bundesfinanzhofs lag folgender Sachverhalt zugrunde: Ein Kind, für das die Eltern eine Berechtigung zum Bezug von Kindergeld hatten, hatte die im Rahmen seiner Ausbildung vom Arbeitgeber einbehaltenen Beiträge zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung zunächst bei seiner Einkommensteuererklärung als Sonderausgaben angesetzt. Da die Ausbildungsvergütung zu gering war, wirkten sich diese bei seiner Steuererklärung jedoch nicht aus.

Daraufhin setzten die Eltern diese Beträge in ihrer eigenen Einkommensteuererklärung als Sonderausgaben an. Der BFH bestätigte grundsätzlich eine solche Möglichkeit, machte dies aber von bestimmten Voraussetzungen abhängig. Diese Voraussetzungen werden im Folgenden weiter erläutert.

Voraussetzungen für den Abzug als Sonderausgaben bei den Eltern

Zunächst muss es sich um ein kindergeldberechtigtes Kind handeln, was im dargestellten Fall problemlos gegeben war. Auch der Umstand, dass die Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge vom Arbeitgeber einbehalten worden waren, schließt den Abzug bei den Eltern grundsätzlich nicht aus.

Allerdings müssen die Eltern dem Kind die Beiträge tatsächlich gezahlt oder erstattet haben. Die Eltern waren der Ansicht, dass dies vorliegend gegeben war, da sie dem noch bei ihnen wohnenden Kind Natural-Unterhalt geleistet hätten.

Dies sah der BFH allerdings nicht als ausreichend an. Vielmehr hätten die Eltern Ihrem Kind die Beiträge aufgrund einer bestehenden Unterhaltsverpflichtung tatsächlich bezahlen oder erstatten müssen. Da dies nicht der Fall gewesen war, ist ein Sonderausgabenabzug der Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge des Kindes bei den Eltern letztlich gescheitert.

Ergebnis

Bei in Ausbildung befindlichen Kindern, für die ein Kindergeldanspruch besteht, ist ein Sonderausgabenabzug bei den Eltern grundsätzlich möglich, wenn sich ein solcher Abzug in der Steuererklärung des Kindes nicht auswirkt. Voraussetzung ist eine bestehende Unterhaltspflicht.

Es ist weiter darauf zu achten, dass die Beiträge von den Eltern in Form eines Barunterhalts erbracht wurden. Es muss also eine Kostenübernahme durch eine Zahlung der Eltern vorliegen. Hierdurch ist auch eine Doppelberücksichtigung der Beiträge beim Kind und bei den Eltern ausgeschlossen.

Auf eine tatsächliche Zahlung ist also in vergleichbaren Fällen immer zu achten, um Ihnen als Eltern diesen zusätzlichen Sonderausgabenabzug zu sichern. Lassen Sie sich hierzu rechtzeitig beraten.


Noch Fragen zum Abzug von Sonderausgaben?

Unsere Beratungsstellen des Aktuell Lohnsteuerhilfevereins e.V. stehen Ihnen gerne zu Ihren Fragen rund um den Sonderausgabenabzug im Rahmen einer Mitgliedschaft zur Verfügung. Suchen Sie sich eine Beratungsstelle vor Ort aus und vereinbaren Sie gleich einen Beratungstermin. Oder nutzen Sie unseren Extra-Service der Online-Beratung inkl. ALH-Postbox-App und erledigen Sie Ihre Steuererklärung bequem von Zuhause aus.

 

Über den Autor:
ALH Steuerexperten

Der Aktuell Lohnsteuerhilfeverein e.V. ist seit 1996 bundesweit tätig. In über 700 Beratungsstellen betreuen die Beratungsstellenleiter:innen unseres Vereins die circa 240.000 Vereinsmitglieder im Rahmen der Beratungsbefugnis begrenzt nach § 4 Nr. 11 StBerG. Die Steuerexperten unserer Hauptverwaltung stehen mit ihrem umfangreichen Wissen bei Fachfragen zur Seite und organisieren regelmäßige Steuerseminare, um unsere Berater:innen über die aktuellsten Änderungen und Besonderheiten im Steuerrecht zu informieren. Demzufolge können unsere Experten schwierige Sachverhalte interessant aufbereiten und verständlich an andere weitergeben, wodurch sie unseren Mitgliedern deutschlandweit kompetente Beratung ermöglichen.