Berater suchen
Servicetelefon
(08724) 965 300 8500
Berater suchen
  • Home
  • Blog
  • Absetzbarkeit des Arbeitszimmers: der BFH hat entschieden
Absetzbarkeit des Arbeitszimmers: der BFH hat entschieden

Absetzbarkeit des Arbeitszimmers: der BFH hat entschieden

Erst kürzlich hatten wir im Hinblick auf die zu erwartende Entscheidung des Bundesfinanzhofs von berechtigter Hoffnung zahlreicher Steuerpflichtigen auf eine Kehrtwende und möglichen Absetzbarkeit des Arbeitszimmers im Rahmen der Werbungskosten auch bei teilweiser privater Nutzung berichtet. Diese Rechtsprechung hat Auswirkungen auf eine Vielzahl von Arbeitnehmern, die die strengen Voraussetzungen der derzeitigen Regelung nicht erfüllen. Die Entscheidung des BFH wurde nunmehr veröffentlicht – Ergebnis: alle Hoffnungen sind vergebens und große Enttäuschung macht sich breit.

Strenge Kriterien für die Absetzbarkeit des Arbeitszimmers

Nach der strengen Auffassung des BFH verbleibt es dabei, dass ein häusliches Arbeitszimmer ein Raum ist, der seiner Ausstattung nach der Erzielung von Einnahmen dient und ausschließlich oder nahezu ausschließlich zur Erzielung von Einnahmen genutzt wird. Eine mehr als ganz untergeordnete Nutzung zu privaten Zwecken führt dazu, dass die Absetzbarkeit des Arbeitszimmers insgesamt nicht möglich ist.

Keine Absetzbarkeit des Arbeitszimmers bei gemischter Nutzung

Zentraler Punkt ist nach Auffassung des BFH der Umstand, dass bei einem in der Wohnung gelegenen Raum, der sowohl der Erzielung von Einnahmen dient, als auch zu privaten Zwecken genutzt wird, eine effektive Kontrolle der tatsächlichen Nutzung wegen des engen Zusammenhangs zur Sphäre der privaten Lebensführung stark eingeschränkt bzw. unmöglich ist.

Nutzungszeitenbuch

Auch das von findigen Steuerpflichtigen angebotene „Nutzungszeitenbuch“ wird vom BFH nicht als geeignetes Mittel angesehen, die jeweiligen beruflichen und privaten Nutzungszeiten des betreffenden Zimmers nachzuweisen oder glaubhaft zu machen. Denn ein solches Buch hätte keinen über Behauptungen des Steuerpflichtigen hinausgehenden Beweiswert, da anders als bei Fahrtenbüchern ein Abgleich mit anderen Informationen nicht erfolgen könne. Auch für eine Schätzung mangele es an geeigneten Maßstäben.

Steuerpflichtiger ist auf das Arbeitszimmer angewiesen

Traurig, aber wahr – es bleibt dabei: Die Absetzbarkeit des Arbeitszimmers im Rahmen der Werbungkosten ist weiterhin in Höhe von maximal EUR 1.250,00 in den Fällen möglich, in denen kein anderer Arbeitsplatz für die berufliche Tätigkeit zur Verfügung steht. Oder in voller Höhe, wenn das Arbeitszimmer den Mittelpunkt der gesamten beruflichen Tätigkeit bildet. Denn in diesen Fällen geht das Gesetz typisierend davon aus, dass die Aufwendungen beruflich veranlasst sind, so dass die Absetzbarkeit des Arbeitszimmers gerechtfertigt ist, obwohl auch in diesen Fällen eine private Nutzung des Raums letztlich weder überprüft, noch ausgeschlossen werden kann.


Bei Fragen zum Thema der Absetzbarkeit des Arbeitszimmers im Rahmen der Werbungskosten oder anderen Fragen im Zusammenhang mit Einkünften aus nichtselbständiger Tätigkeit, können Sie sich im Rahmen einer Mitgliedschaft gerne in einer von ca. 650 Beratungsstellen des Aktuell Lohnsteuerhilfeverein e.V. gem. § 4 Nr. 11 StBerG beraten lassen.

  • Teilen:

Archiv