Berater suchen
Berater suchen
Homeoffice wegen Corona – Was ist steuerlich absetzbar?

Homeoffice wegen Corona – Was ist steuerlich absetzbar?

  • Teilen:

Auch wenn Sie als Arbeitnehmer bislang im Betrieb tätig waren, können Sie sich angesichts der Corona-Krise mit Ihrem Arbeitgeber auf eine – zeitweilige – Tätigkeit im Homeoffice, also von zu Hause aus, einigen. Ihr Anspruch auf Vergütung gegenüber Ihrem Arbeitgeber bleibt hiervon unbeeinträchtigt. Gegenüber dem Finanzamt können Sie auf das häusliche Arbeitszimmer entfallene Kosten als Werbungskosten bei Ihrer Arbeitnehmertätigkeit ansetzen.

Inhalt:

Rahmenbedingungen für das häusliche Arbeitszimmer

Sofern Ihnen als Arbeitnehmer in Ihrem Betrieb kein zumutbarer Arbeitsplatz zur Verfügung steht, und Sie in Ihrem häuslichen Arbeitszimmer arbeiten müssen, können Sie jedes Jahr bis zu 1.250 Euro, der tatsächlich darauf entfallenden Kosten, in Ihrer Einkommensteuererklärung geltend machen. Keine Beschränkung gibt es, wenn das häusliche Arbeitszimmer der Mittelpunkt Ihrer gesamten beruflichen und betrieblichen Tätigkeit bilden sollte. Es muss sich aber immer um einen separaten, abgeschlossenen Raum handeln, der höchstens ganz geringfügig privat genutzt wird.

Welche Kosten für das Homeoffice sind absetzbar?

Sofern Sie Eigentümer der Wohnung sind, in der sich Ihr Homeoffice, also häusliches Arbeitszimmer, befindet, ist die Gebäude-Abschreibung (AfA) ansetzbar. Hinzu kommen Finanzierungszinsen für Kauf und Erhalt der Immobilie, Nebenkosten, wie Grundsteuer, Müllgebühren, Gebäudeversicherungen, Kosten für Kaminkehrer, Energie-, Wasserkosten und Renovierungskosten. Auch Reinigungskosten sind ansatzfähig.

Sofern Sie die Wohnung angemietet haben, sind die Kaltmiete und die auf die Wohnung entfallenden Nebenkosten ansetzbar. Hinzu kommen Renovierungskosten und Kosten für wohnungsbezogene Versicherungen, die Sie selbst zu tragen haben, außerdem Energie- und Wasserkosten und allgemeine Reinigungskosten.

Wie wird die Aufteilung vorgenommen?

Ermitteln Sie den prozentualen Flächenanteil des häuslichen Arbeitszimmers im Verhältnis zu der gesamten Wohnfläche. Die Flächen sind häufig dem Mietvertrag oder dem Kaufvertrag zu entnehmen. Die Größe des Arbeitszimmers oder fehlende Angaben können Sie durch eigenes Ausmessen auch selbst feststellen. Anschließend teilen Sie die Fläche des Arbeitszimmers durch die Gesamtwohnfläche und multiplizieren das Ergebnis mit 100. Daraus ergibt sich der prozentuale Anteil des Arbeitszimmers an der Gesamtwohnfläche Mithilfe dieses Prozentsatzes lassen sich die auf das Arbeitszimmer entfallenden Kosten der Wohnung berechnen, welche als Werbungkosten ansetzbar sind. Im Regelfall kann dies bis zu einem Betrag in Höhe von maximal 1.250 Euro erfolgen, wie oben dargestellt.

Einrichtung, Ausstattung, Arbeitsmittel, Telekommunikation

Unabhängig vom Vorhandensein eines abgeschlossenen Arbeitszimmers und der Begrenzung auf 1.250 Euro können Sie auf jeden Fall und zusätzlich die Kosten für erforderliche Einrichtungsgegenstände, wie Schreibtisch, Stuhl und Regale, oder für die erforderliche Ausstattung des Zimmers, wie Lampen und Teppiche als Werbungskosten ansetzen. Das gleiche gilt für Arbeitsmittel, wie Computer, Notebook oder Büromaterialien. Die Kosten für geringwertige Wirtschaftsgüter bis zu jeweils 800 Euro netto (952 Euro brutto) können Sie sofort und vollständig ansetzen; bei teureren Anschaffungen sind die Kosten auf den Nutzungszeitraum aufzuteilen. Kosten für die berufliche Telekommunikation können Sie pauschal mit 20 %, monatlich maximal 20 Euro ansetzten. Oder Sie legen Nachweise vor und ermitteln anhand von Aufzeichnungen den exakten beruflichen Anteil.

Tipp: Berechnungsbogen häusliches Arbeitszimmer

Mit unserem praktischen Berechnungsformular können Sie ganz einfach alle absetzbaren Kosten zum häuslichen Arbeitszimmer berechnen.
Download Berechnungsbogen häusliches Arbeitszimmer (PDF)

Lohnsteuerhilfevereine – Beratung für Arbeitnehmer

Als Arbeitnehmer können Sie sich im Rahmen einer Mitgliedschaft von Lohnsteuerhilfevereinen auch hinsichtlich der steuerlichen Auswirkungen der Corona-Krise beraten lassen. Aktuell sollte hierzu vorrangig eine Beratung per Telefon erfolgen. Die Beratungsstellenleiter sind vorbereitet, nehmen Sie gerne vorab telefonischen Kontakt auf. Im Rahmen einer Mitgliedschaft im Lohnsteuerhilfeverein können Ihre Fragen zum Homeoffice in den Zeiten der Corona-Krise auf diesem Wege schnell und umfassend beantwortet werden.

 

Wie die Beratung in Zeiten des Coronavirus abläuft, erfahren Sie in unserem Blogbeitrag mit den wichtigsten Informationen.

  • Teilen:

Archiv