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Abschreibung digitaler Wirtschaftsgüter: Nutzungsdauer von Hardware & Software auf ein Jahr verkürzt

Abschreibung digitaler Wirtschaftsgüter: Nutzungsdauer von Hardware & Software auf ein Jahr verkürzt

Das Bundesfinanzministerium hat auf die Digitalisierung und die einhergehenden Veränderungen im Arbeitsalltag reagiert und die Abschreibung digitaler Wirtschaftsgüter durch die Verkürzung der Nutzungsdauer angepasst. Durch die Änderungen im Arbeitsalltag haben sich natürlich auch die Ansprüche an die benötigten Gerätschaften und Softwares geändert, weshalb die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer bei vielen Gütern verkürzt wurde.

Das Wichtigste in Kürze

  • Kürzung der Nutzungsdauer von Computerhardware und -software auf ein Jahr
  • Wirtschaftsgüter mit einer Nutzungsdauer von einem Jahr im Jahr der Anschaffung sofort vollständig absetzbar
  • Rückwirkend für Anschaffungen ab dem 01.01.2021 gültig
  • Wahlrecht für Anschaffungen bis zum 31.12.2020
  • Gleiche Regelungen für Arbeitnehmer:innen beim Kauf von Wirtschaftsgütern für ihre berufliche Tätigkeit

Inhaltsverzeichnis:


Kürzung der Nutzungsdauer digitaler Wirtschaftsgüter

Die Arbeit im Homeoffice hat bei vielen Arbeitnehmern:innen zugenommen und die privaten Computer sind für die beruflichen Ansprüche oft nicht mehr ausreichend. Daher werden Computer, ebenso wie die Betriebs- und Anwendersoftware häufig neu angeschafft.

Solche Wirtschaftsgüter unterliegen auch aufgrund des technischen Fortschritts einem immer schnelleren Wandel und sind nach kurzer Zeit bereits technisch überholt. Das bedeutet, dass auch die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer sinkt. Außerdem ist beabsichtigt, den Anreiz für Arbeitgeber zur Umstellung auf mobiles oder multilokales Arbeiten zu steigern.

Das Bundesfinanzministerium hat daher in einem neuen BMF-Schreiben vom 26.02.2021 festgelegt, dass bei einer Vielzahl dieser Wirtschaftsgüter die Nutzungsdauer nur noch ein Jahr beträgt. Damit ist eine Abschreibung häufig nicht mehr erforderlich. Die Kosten können vielmehr im Jahr der Anschaffung vollständig angesetzt werden, was eine steuerliche Entlastung bedeutet. Diese Regelung gilt für Anschaffungen bereits ab dem 01.01.2021.

Computerhardware

Das BMF-Schreiben nennt in diesem Zusammenhang folgende Wirtschaftsgüter, deren Nutzungsdauer sich nun auf ein Jahr reduziert:

  • eigentliche Rechner, wie Notebook oder Desktop-PC, Workstations, Dockingstationen, externe Netzteile
  • erforderliche Peripheriegeräte, wie Monitor, Drucker, Tastatur, Maus, externe Speicher, Scanner, Beamer oder Plotter.

 

Anstelle der bisherigen Nutzungsdauer und Abschreibung auf drei Jahre, kann jetzt der volle Anschaffungspreis im Jahr des Kaufs berücksichtigt werden. Dies gilt auch rückwirkend für Anschaffungen ab dem 01.01.2021

Computersoftware

Bisher war die Betriebssoftware, die nur zusammen mit dem Computer genutzt werden konnte, zusammen mit der Hardware abzuschreiben, also ebenfalls über drei Jahre hinweg. Infolge des BMF-Schreibens kann nunmehr auch die Software im Jahr der Anschaffung ab dem 01.01.2021 vollständige steuerliche Berücksichtigung finden.

Unter Software fällt nach dem BMF-Schreiben Betriebs- und Anwendersoftware, ERP-Software, Software für Warenwirtschaftssysteme oder sonstige Anwendungssoftware zur Unternehmens­verwaltung oder Prozesssteuerung.

Wahlrecht für Anschaffungen bis zum 31.12.2020

Auch für digitale Wirtschaftsgüter, die bereits bis zum 31.12.2020 angeschafft worden sind, hält das BMF-Schreiben günstige Regelungen bereit. Bei solchen Wirtschaftsgütern besteht nunmehr ein Wahlrecht:

  • Weiterführung der ursprünglichen Abschreibung, oder
  • vollständige Ansetzung des bis dahin bestehenden Restbuchwertes im Jahr 2021

Gleiche Abschreibungsdauer für Arbeitnehmer:innen

Arbeitnehmer:innen sollten ggf. solche erforderlichen Anschaffungen bei ihrem Arbeitgeber anregen. Sofern sie selbst digitale Wirtschaftsgüter für ihre berufliche Tätigkeit erwerben, gelten für sie dieselben Grundsätze, so dass die steuerliche Auswirkung auch für sie schneller eintreten kann.


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Über den Autor:
Christian Staller

Als Gründungsmitglied, Vorstand und Beratungsstellenleiter unseres Vereins weiß Christian Staller ganz genau was unsere Mitglieder und Beratungsstellenleiter:innen bewegt. Durch seine langjährige Erfahrung im Steuerbereich verfügt er über viel Fachwissen und praktische Erfahrung bei der Erstellung der Einkommensteuererklärung. Als Vorstand überblickt er alles rund um die fachliche Kompetenz unseres Lohnsteuerhilfevereins und ist zusätzlich als Dozent im Steuerrecht tätig. Somit ist ihm die Beratungsqualität ein großes Anliegen, damit unsere Mitglieder stets von einer aktuellen und kompetenten Unterstützung profitieren können.