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Eis- und Schneeglätte: steuerlicher Ansatz der Kosten bei Unfall auf dem Weg zur Arbeit

Eis- und Schneeglätte: steuerlicher Ansatz der Kosten bei Unfall auf dem Weg zur Arbeit

Und wieder hält der Winter Einzug. In Bayern fällt schon der erste Schnee. So mancher Arbeitnehmer muss schon vor dem Weg zur Arbeit sein Fahrzeug von Schnee und Eis befreien. Folglich verzögert sich die Abfahrt. Bei glatten Straßen müsste jedoch die Geschwindigkeit reduziert werden – aber die Zeit drängt. Einmal unachtsam über eine vereiste Brücke oder zu schnell durch die Kurve – schon ist es passiert: Ein Unfall! Hoffentlich nur ein Blechschaden. Dann jedoch die Fragen: Inwieweit kann bei allem Ärger wenigstens das Finanzamt an den Unfallkosten beteiligt werden?

Unfallkosten als Werbungskosten bei beruflicher Veranlassung

Arbeitnehmer, die mit ihrem privaten Fahrzeug auf dem Weg zur oder von der Arbeit einen Unfall erleiden, können die Unfallkosten als Werbungskosten ansetzen. Voraussetzung ist allerdings ein nichtselbstständige Tätigkeit. Eine berufliche Veranlassung wird auch bei Dienstreisen, Fahrten zu Fortbildungsveranstaltungen oder Fahrten bei beruflich bedingten Umzügen angenommen.

Höhe der anzusetzenden Kosten

Erfreulicherweise gibt es grundsätzlich keine Obergrenze. Damit sind folgende Unfallkosten als Werbungskosten ansetzbar: Reparaturkosten, Abschleppkosten, Aufwendungen für einen Mietwagen, Gutachterkosten oder Rechtsanwaltskosten. Ersatzleistungen Dritter, beispielsweise Zahlungen der Kaskoversicherung oder Arbeitgeberleistungen, sind gegenzurechnen. Auch müssen die anzusetzenden Kosten belegt werden können – also die Belege sorgfältig aufbewahren!

Vorliegen weiterer Umstände

Sofern der Unfall auch auf ein Verhalten eines Dritten oder ein Naturereignis, wie z.B. Eisglätte zurückzuführen ist, schadet dies nicht, sofern eine berufliche Veranlassung der Fahrt vorliegt.

Abzug bei eigenem Verschulden des Arbeitnehmers

Auch wenn der Arbeitnehmer den Unfall selbst verschuldet hat, sind Unfallkosten als Werbungskosten nicht ausgeschlossen, sofern sich das Verhalten des Fahrers noch im Rahmen der beruflichen Zielvorstellung bewegt. Fährt der Arbeitnehmer also entgegen den Verkehrsregeln zu schnell, um pünktlich bei einem beruflichen Termin zu erscheinen, und ereignet sich daher ein Unfall, ist ein steuerlicher Abzug zulässig. Unfälle, die aus alkoholbedingter Fahruntüchtigkeit resultierten, sind allerdings immer als privat veranlasst anzusehen und nicht ansatzfähig.

Steuerliche Umwege

Ein häufiger Streitpunkt sind Umwege. Die berufliche Veranlassung wird anerkannt bei Umwegen zum Betanken des Fahrzeugs oder Abholung eines Kollegen in Vorbereitung einer beruflichen Fahrt. Kein Erbarmen kennen die Finanzämter bei einem ausschließlich privat veranlassten Umweg, also zum Einkaufen im Supermarkt oder Geldabheben bei einer Bank.

Die Abzugsgmöglichkeiten der Unfallkosten als Werbungskosten bei nichtselbständiger Tätigkeit sind also recht weitreichend. Trotzdem gilt: Kommen Sie unfallfrei durch den Winter!


Bei Fragen zum Thema Abzug von Unfallkosten als Werbungskosten oder anderen Fragen im Zusammenhang mit Einkünften aus nichtselbständiger Tätigkeit, können Sie sich im Rahmen einer Mitgliedschaft gerne in einer von ca. 650 Beratungsstellen des Aktuell Lohnsteuerhilfeverein e.V. beraten lassen.

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