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Wann sind Kosten doppelte Haushaltsführung absetzbar?

Wann sind Kosten doppelte Haushaltsführung absetzbar?

Manche Kinder werden nur langsam erwachsen. Zwar haben sie irgendwann ihre Ausbildung oder ihr Studium abgeschlossen. Häufig ziehen sie dann in eine andere Stadt, um ihre Arbeit bei ihrem ersten Arbeitgeber anzutreten. Jedoch fällt die Trennung von den Eltern einigen Kindern schwerer als anderen. In einem vom Finanzgericht Nürnberg entschiedenen Fall hatte der Sohn im Einfamilienhaus seiner Eltern ein kleines Zimmer zur alleinigen Nutzung behalten. Dieses wollte er in seiner Einkommensteuererklärung als Kosten doppelte Haushaltsführung steuerlich geltend machen. Wie ist ein solcher Fall bei der Einkommensteuererklärung zu berücksichtigen?

Kosten doppelte Haushaltsführung

Grundsätzlich ist festzustellen, dass Steuerpflichtige, die aus beruflichen Gründen eine doppelte Haushaltsführung haben, die zusätzlichen Aufwendungen als Werbungskosten von der Steuer absetzen können. Voraussetzung hierfür ist jedoch, dass sie weiter einen eigenen Haushalt an ihrem ersten Wohnort haben, der Lebensmittelpunkt ist. So können in solchen Fällen Unterkunftskosten am Beschäftigungsort als Werbungskosten ansetzbar sein. Auch können Fahrtkosten und Verpflegungsmehraufwendungen oder Umzugskosten die Steuerlast mindern. An diese Kosten ist in vergleichbaren Fällen auch bei Abgabe der Steuererklärung zu denken. Meist sind hierbei Personen betroffen, die arbeitsbedingt in einer anderen Stadt arbeiten, deren Familie jedoch am Herkunftsort verwurzelt ist und nicht umziehen möchte.

Gegebenheiten des Steuerpflichtigen – doppelte Haushaltsführung

Im vorliegenden Fall war der Sohn jedoch ledig und hatte am Beschäftigungsort eine kleine Wohnung angemietet. Im Einfamilienhaus seiner Eltern hatte er keine abgeschlossene Wohnung, sondern nutzte das kleine Zimmer alleine, das Bad und die Küche zusammen mit seinen Eltern. Er hatte mit seinen Eltern weder einen Mietvertrag abgeschlossen, noch leistete er nachweisbar einen finanziellen Beitrag zur Haushaltsführung. Allerdings war er Mitglied im örtlichen Sportverein und der freiwilligen Feuerwehr. Seine Freundin wiederum studierte in einem dritten Ort, wo er ebenfalls einen Teil seiner freien Zeit verbrachte. Wie wäre eine solche Fallgestaltung bei der Einkommensteuererklärung zu beurteilen?

Entscheidung des Finanzgericht Nürnberg vom 18.07.2016, Az.: 4 K 323/16

Das Finanzgericht Nürnberg ging zwar davon aus, dass ein eigener Erstwohnsitz eines Ledigen auch gemeinsam mit den Eltern in einer nicht abgeschlossenen Wohnung ohne finanzielle Beteiligung geführt werden kann. Allerdings ist der Steuerpflichtige kein wesentlich bestimmender bzw. mitbestimmender Teil des elterlichen Hausstandes. Daher ist vom Fehlen eines eigenen Hausstandes auszugehen. Eine solche Mitbestimmung und ein ausreichender Umfang des Aufenthalts im Haus seiner Eltern habe der Sohn nicht glaubhaft machen können. Dadurch liegen laut dem Finanzgericht keine Kosten doppelte Haushaltsführung vor. Somit wurden diese auch nicht anerkannt. Da das Gericht aber die Überzeugung gewonnen hatte, dass der Sohn noch immer seinen Lebensmittelpunkt bei seinen Eltern beibehalten hatte, konnte er die Fahrten von dort zu seinem Arbeitsplatz wenigstens als Fahrten Wohnung-Arbeitsstätte ansetzen.


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