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Energiepreispauschale – Antworten auf die 5 wichtigsten Fragen

Energiepreispauschale – Antworten auf die 5 wichtigsten Fragen

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Im Mai 2022 hat die Bundesregierung mehrere Maßnahmen zur Entlastung der Bürger:innen verabschiedet, wozu auch die Energiepreispauschale zählt. Vor allem diese hat zu vielen Fragen in der Bevölkerung geführt. Die wichtigsten der Fragen werden wir Ihnen kurz und verständlich beantworten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Einmalige Zahlung in Höhe von 300 Euro
  • Ziel: finanzielle Entlastung aufgrund der hohen Energiepreise
  • Voraussetzungen: Wohnort in Deutschland und aktive Erwerbstätigkeit im Jahr 2022
  • Auszahlung der Pauschale durch den Arbeitgeber im September 2022 oder über die Steuererklärung 2022
  • Lohnsteuerpflicht für die Pauschale
  • Keine Abgabepflicht für die Steuererklärung 2022 wegen der Pauschale

 

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Was ist die Energiepreispauschale?

Die Energiepreispauschale wurde als Entlastungsmaßnahme zusammen mit einigen anderen Maßnahmen im Steuerentlastungsgesetz beschlossen. Es handelt sich dabei um eine einmalige Zahlung in Höhe von 300 Euro.

Das Ziel der Pauschale ist es, diejenigen zu entlasten, denen hohe Fahrtkosten in Zusammenhang mit ihrer Arbeit entstehen. Dadurch soll die starke Belastung aufgrund der aktuellen Energiepreisentwicklung abgemildert werden.

Lesen Sie hier nach, welche weiteren Maßnahmen im Steuerentlastungsgesetz beschlossen wurden: „Energiepreise und geplante (steuerliche) Entlastung der Bevölkerung“

Wer hat Anspruch auf die Energiepreispauschale?

Sie haben Anspruch auf die Energiepreispauschale, wenn Sie während des Jahres 2022 zumindest teilweise in Deutschland wohnen oder gewohnt haben und im gleichen Jahr Einkünfte aus einer der folgenden Einkunftsarten hatten:

  • Einkünfte als Arbeitnehmer:in aus einer aktiven Beschäftigung
  • Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft
  • Einkünfte aus Gewerbebetrieb
  • Einkünfte aus selbstständiger Arbeit

Entscheidend ist die aktive Erwerbstätigkeit. Das bedeutet, dass Sie auch als Renter:in die Energiepreispauschale beziehen können, wenn Sie beispielsweise einen Minijob ausüben.

Hinweis: Einkünfte aus dem Betrieb einer Photovoltaikanlage zählen zu den gewerblichen Einkünften. Nutzen Sie jedoch die Vereinfachungsregel, liegen wiederum keine gewerblichen Einkünfte vor.

Welche Arbeitnehmer:innen haben Anspruch auf die Energiepreispauschale?

Das Bundesfinanzministerium hat die Anspruchsberechtigung für Arbeitnehmer:innen nochmal konkretisiert und eine detailliertere Auflistung veröffentlicht.

Unter anderem zählen diese Personengruppen zu den anspruchsberechtigten Arbeitnehmer:innen:

  • Arbeiter:innen, Angestellte, Auszubildende, Beamte:innen, Richter:innen, Soldaten:innen
  • Werkstudenten:innen und Studenten:innen im entgeltlichen Praktikum
  • kurzfristig und geringfügig Beschäftigte mit Minijob sowie Aushilfskräfte in der Land- und Forstwirtschaft, unabhängig von der Art des Lohnsteuerabzugs (pauschale Lohnsteuer oder individuelle Lohnsteuer)
  • Übungsleiter:innen oder ehrenamtlich Tätige mit ausschließlich steuerfreiem Lohn
  • im Inland unbeschränkt steuerpflichtige Grenzpendler:innen und Grenzgänger:innen
  • Arbeitnehmer:innen mit einem aktiven Dienstverhältnis, die Lohnersatzleistungen beziehen (Kurzarbeitergeld, Krankengeld, Mutterschaftsgeld, Elterngeld, usw.).

Lesen Sie hier die vollständige Aufzählung des Bundesfinanzministeriums.

Achtung: Wenn Sie Arbeitslosengeld beziehen, besteht für Sie kein aktives Dienstverhältnis und damit auch kein Anspruch auf die Energiepreispauschale.

Wann und wie wird die Energiepreispauschale ausgezahlt?

Für Sie als Arbeitnehmer:in erfolgt die Auszahlung der Energiepreispauschale in der Regel im September 2022. Die Pauschale wird zusammen mit Ihrem üblichen Gehalt von Ihrem Arbeitgeber ausgezahlt.

Es gibt jedoch Ausnahmen, in denen diese Vorgehensweise nicht so umgesetzt wird. Dies kann beispielsweise der Fall sein, wenn Sie als Minijobber:in tätig oder nur kurzfristig beschäftigt sind. Auch als Grenzpendler:in oder Grenzgänger:in erhalten Sie die Energiepreispauschale nicht von Ihrem ausländischen Arbeitgeber.

Tipp: Sie erhalten Ihre Energiepreispauschale ganz einfach mit Ihrer Steuererklärung 2022. Vergessen Sie also nicht, diese abzugeben!

Welche steuerlichen Auswirkungen hat die Energiepreispauschale?

Die Energiepreispauschale zählt zu den sonstigen Bezügen und ist damit lohnsteuerpflichtig. Das bedeutet, dass der Auszahlungsbetrag zusammen mit Ihrem Gehalt versteuert wird. Zusätzliche Sozialversicherungsbeiträge fallen jedoch nicht an.

Falls Sie Ihre Pauschale erst über die Steuererklärung erhalten, so wird Ihr Jahresbruttolohn 2022 beim Finanzamt automatisch um 300 Euro erhöht. Anhand des korrigierten Wertes wird dann Ihr Steuerbescheid festgesetzt.

Tipp: Eine Verpflichtung zur Abgabe der Steuererklärung entsteht durch die Energiepreispauschale nicht. Nichtdestotrotz empfehlen wir Ihnen, die Erklärung 2022 abzugeben, um sich den Zuschuss nicht entgehen zu lassen.

Leider bleiben Ihnen aufgrund des Lohnsteuerabzugs in vielen Fällen nicht die vollen 300 Euro zur Verfügung. Das Bundesfinanzministerium begründet darin die soziale Gestaltung der Entlastungsmaßnahme. Wer also wenig verdient und wenig Steuern zahlt, wird stärker entlastet als jemand mit hohem Einkommen, da die erhöhten Energiepreise für diese Personengruppe ohnehin eine geringere Belastung darstellen.

Wenn Sie aber beispielsweise nur eine kurzfristige oder geringfügige Beschäftigung ausüben und auch ansonsten keine zu versteuernden Einkünfte haben, erhalten Sie die Energiepreispauschale steuerfrei.

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Beitragsbild © Savvapanf Photo – stock.adobe.com

 

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Christian Staller

Als Gründungsmitglied, Vorstand und Beratungsstellenleiter unseres Vereins weiß Christian Staller ganz genau was unsere Mitglieder und Beratungsstellenleiter:innen bewegt. Durch seine langjährige Erfahrung im Steuerbereich verfügt er über viel Fachwissen und praktische Erfahrung bei der Erstellung der Einkommensteuererklärung. Als Vorstand überblickt er alles rund um die fachliche Kompetenz unseres Lohnsteuerhilfevereins und ist zusätzlich als Dozent im Steuerrecht tätig. Somit ist ihm die Beratungsqualität ein großes Anliegen, damit unsere Mitglieder stets von einer aktuellen und kompetenten Unterstützung profitieren können.