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Arbeitszimmer als Werbungskosten – Neuerungen beim Arbeitszimmer?

Arbeitszimmer als Werbungskosten – Neuerungen beim Arbeitszimmer?

Es wird spannend: Bei den Möglichkeiten des Abzugs von Kosten für das Arbeitszimmer als Werbungskosten hat der Gesetzgeber schon häufiger die Spielregeln geändert. Nach Auffassung der Finanzgerichte war bislang jedoch immer Voraussetzung für einen solchen Abzug, dass das Arbeitszimmer ausschließlich beruflich genutzt wurde. In der Realität lässt sich eine teilweise private Nutzung des Arbeitszimmers jedoch nicht immer vermeiden.

Kosten im Zusammenhang mit Arbeitszimmer als Werbungskosten

Die volle steuerliche Berücksichtigung des Arbeitszimmers kann dann erfolgen, wenn kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht. Sofern der Arbeitsplatz nicht den Mittelpunkt der gesamten beruflichen Tätigkeit bildet, sind die abzugsfähigen Aufwendungen auf maximal EUR 1.250,00 begrenzt. Hierbei erfreulich: von diesen Einschränkungen nicht betroffen sind arbeitsbedingte Zimmereinrichtungen wie z.B. der Schreibtisch, der Aktenschrank und das PC-System. Soweit sie beruflich genutzt werden, sind solche Arbeitsmittel insgesamt abzugsfähig.

Art der abzugsfähigen Kosten

Im oben dargestellten Umfang sind bei Wohneigentum z.B. die anteiligen Finanzierungskosten, die anteilige Gebäudeabschreibung und sonstige anteilige Kosten wie z.B. für Heizung, Strom oder Versicherungen abzugsfähig. Bei einer Mietwohnung sind die anteiligen Kosten für Miete, Nebenkosten und Versicherungen beim Arbeitszimmer als Werbungskosten abziehbar.

Kehrtwende des BFH

Hinsichtlich des problematischen Aufteilungs- und Abzugsverbots deutete sich bereits im Jahr 2009 eine Kehrwende des Bundesfinanzhofs an. Damals vertrat der Große Senat des BFH in einem Beschluss die Auffassung, dass gemischte – berufliche und private – Aufwendungen grundsätzlich aufzuteilen und anteilig abziehbar sind (Beschluss des Großen Senats vom 21.09.2009, GrS 1/06). Dieses Vorgehen würde dem Prinzip der Besteuerung nach der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit entsprechen. Einen Wermutstropfen gab es: der Beschluss betraf nur gemischt beruflich und privat veranlasste Reisen.

Änderung Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs auch beim Arbeitszimmer

Nunmehr bahnt sich jedoch eine entsprechende Änderung der Rechtsprechung auch im Bereich der Aufwendungen für das Arbeitszimmer als Werbungskosten an: Die Frage ist also: Sind die Kosten für das Arbeitszimmer als Werbungskosten – teilweise – auch dann abzugsfähig, wenn der Raum nur teilweise für berufliche Zwecke genutzt wird? (anhängiges Verfahren vor dem BFH, Az GrS 1/14). Bei einer beispielsweise 60 %-igen beruflichen Nutzung des Raums, müsste der entsprechende Anteil dann steuerlich abzugsfähig sein und dem Steuerpflichtige wäre in diesen Fällen nicht mehr der Abzug vollständig versagt.

Entscheidung des Bundesfinanzhofs

Die Entscheidung des BFH ist in naher Zukunft zu erwarten: Es bleibt also spannend.


 

Bei Fragen zum Thema Abzug von Kosten für das Arbeitszimmer als Werbungskosten oder anderen Fragen im Zusammenhang mit Einkünften aus nichtselbständiger Tätigkeit, können Sie sich im Rahmen einer Mitgliedschaft gerne in einer von ca. 650 Beratungsstellen des Aktuell Lohnsteuerhilfeverein e.V. beraten lassen.

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