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Deutschlandticket absetzen – das gilt für Pendler:innen
Als Nachfolger des 9-Euro-Tickets folgte 2023 erstmalig das sogenannte Deutschlandticket als bundesweit gültiges Ticket für den gesamten öffentlichen Personennahverkehr. Vor allem viele Pendler:innen nutzen das Deutschlandticket dauerhaft.
Preisentwicklung des Deutschlandtickets:
- Ab Mai 2023: 49 Euro
- Ab Januar 2025: 58 Euro
- Ab Januar 2026: 63 Euro
Grundsätzlich können Sie als Pendler:in beruflich veranlasste Fahrtkosten als Werbungskosten geltend machen. Das gilt ebenso fürs Deutschlandticket, allerdings gibt es hier einige Besonderheiten zu beachten.
Wann kann ich mein Deutschlandticket absetzen?
Das Deutschlandticket kann oftmals steuerlich berücksichtigt werden, allerdings nur wenn Sie es auch beruflich nutzen. Das gilt für folgende Zwecke:
Wichtig: Sie können die Kosten nur geltend machen, wenn Sie das Ticket auch selbst gezahlt haben.
Pendlerpauschale oder Ticketkosten?
Für den täglichen Arbeitsweg gilt normalerweise die Entfernungs- oder Pendlerpauschale. Dabei zählt die einfache Entfernung zwischen Wohnung und Arbeitsstätte – unabhängig davon, welches Verkehrsmittel genutzt wird.
Mit dem Deutschlandticket haben Sie nun zwei Möglichkeiten, wie Sie ihre Fahrtkosten geltend machen können:
- Tatsächliche Ticketkosten von 63 Euro monatlich
- Pendlerpauschale in Höhe von 38 Cent pro km pro Tag
Das bedeutet: Selbst wenn das Deutschlandticket günstiger ist als die errechnete Pendlerpauschale, dürfen Sie trotzdem die höhere Entfernungspauschale ansetzen. Dafür müssen Sie bestenfalls beide Möglichkeiten miteinander vergleichen.
Wichtig: Bei öffentlichen Verkehrsmitteln gilt bei der Pendlerpauschale eine Höchstgrenze von 4.500 Euro.
Rechenbeispiel:
Sie pendeln 2026 an 220 Arbeitstagen 20 Kilometer zur Arbeit:
- Deutschlandticket: 63 Euro x 12 Monate = 756 Euro
- Pendlerpauschale: 0,38 Euro x 20 km x 220 Tage = 1.672 Euro
Sie können also mit der Pendlerpauschale deutlich mehr Kosten geltend machen als mit dem Deutschlandticket.
Deutschlandticket privat nutzen
Das Deutschlandticket darf selbstverständlich auch privat genutzt werden. Die private Nutzung hat grundsätzlich auch keine negativen steuerlichen Auswirkungen.
Selbst wenn das Ticket für Freizeitfahrten, Wochenendausflüge oder Urlaubsreisen innerhalb Deutschlands verwendet wird, bleibt die steuerliche Berücksichtigung für berufliche Fahrten möglich.
Wichtig: Das Ticket muss tatsächlich auch zu beruflichen Zwecken genutzt werden.
Besonderheit: Deutschlandticket als Jobticket
Viele Arbeitgeber unterstützen ihre Beschäftigten inzwischen mit einem Zuschuss zum Deutschlandticket oder übernehmen die Kosten vollständig. In diesem Fall gelten besondere steuerliche Regelungen.
Das kann für Arbeitnehmer:innen attraktiv sein, hat aber Auswirkungen auf die Werbungskosten.
Wann gilt das Deutschlandticket als Jobticket?
Auch das Deutschlandticket kann als Jobticket gelten, wenn es vom Arbeitgeber (teilweise) finanziert wird. Unter bestimmten Voraussetzungen bleibt das Jobticket steuer- und sozialversicherungsfrei:
- Es muss ein Arbeitsverhältnis bestehen.
- Der Zuschuss wird zusätzlich zum normalen Gehalt gezahlt.
Das Deutschlandticket darf auch weiterhin genauso für private Zwecke genutzt werden, was es für viele Beschäftigte besonders interessant macht.
Achtung: Kürzung der Pendlerpauschale
Ein Punkt wird häufig übersehen: Steuerfreie Arbeitgeberzuschüsse zum Deutschlandticket mindern die absetzbare Entfernungspauschale. Dadurch soll verhindert werden, dass Sie Kosten in Ihrer Steuererklärung geltend machen, die Sie gar nicht selbst getragen haben.
Das bedeutet: Erhalten Sie beispielsweise einen Zuschuss zum Deutschlandticket vom Arbeitgeber, muss dieser Betrag in der Steuererklärung berücksichtigt werden und die Werbungskosten reduzieren sich entsprechend.
Ob sich ein Arbeitgeberzuschuss dennoch lohnt, hängt vom individuellen Arbeitsweg und der Höhe der Werbungskosten ab. In vielen Fällen profitieren Arbeitnehmer:innen trotzdem finanziell.
Tipp: Sparen durch Gehaltsumwandlung
Manche Arbeitgeber bieten das Deutschlandticket im Rahmen einer Gehaltsumwandlung an. Dabei wird ein Teil des Bruttogehalts gegen das Ticket eingetauscht und der Arbeitgeber versteuert diesen Anteil pauschal mit 25 %.
Damit reduziert sich zwar Ihr Bruttogehalt, was langfristig Auswirkungen auf Renten- und Sozialleistungen hat. Gleichzeitig haben Sie durch die Gehaltsumwandlung jedoch Vorteile bei Steuern und Sozialabgaben, was sich auf Ihr Netto-Gehalt auswirkt.
Tipp: Prüfen Sie genau, welches Modell angeboten wird und welche Variante langfristig für Sie sinnvoller ist.
Für wen lohnt sich das Deutschlandticket steuerlich besonders?
Nicht für alle Arbeitnehmer:innen wirkt sich das Deutschlandticket steuerlich gleich stark aus. Besonders profitieren häufig Pendler:innen mit längeren Arbeitswegen oder Beschäftigte mit geringeren Mobilitätskosten.
Pendler:innen mit langem Arbeitsweg
Je länger der Arbeitsweg, desto höher fällt in der Regel die Entfernungspauschale aus. Dadurch kann die steuerliche Entlastung deutlich größer sein als die tatsächlichen Kosten des Deutschlandtickets.
Gerade für Berufspendler:innen in Ballungsräumen kann das Deutschlandticket deshalb eine besonders attraktive Kombination aus günstiger Mobilität und steuerlichem Vorteil sein.
Minijobber und Teilzeitkräfte
Auch Minijobber:innen und Teilzeitbeschäftigte können von steuerfreien Arbeitgeberleistungen wie dem Jobticket profitieren. Unter den oben beschriebenen Voraussetzungen bleibt auch hier der Zuschuss steuer- und sozialversicherungsfrei und erhöht damit effektiv das Nettogehalt.
Dadurch kann das Deutschlandticket eine attraktive Zusatzleistung für Beschäftigte mit geringem Einkommen sein.
Deutschlandticket in der Steuererklärung richtig angeben
Das Deutschlandticket wird in der Regel über die Werbungskosten in der Anlage N berücksichtigt. Maßgeblich sind dabei vor allem die Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte.
Folgende Unterlagen sollten Sie aufbewahren:
- Nachweise über das Deutschlandticket
- Abrechnungen oder Zuschüsse des Arbeitgebers
- Angaben zu Arbeitstagen und Entfernung zur Arbeitsstätte
Wichtig: Erhaltene steuerfreie Arbeitgeberzuschüsse müssen Sie in der Steuererklärung korrekt berücksichtigen. Häufig sind diese bereits in der Lohnsteuerbescheinigung eingetragen.
FAQs zu Deutschlandticket absetzen