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Verböserung

Was versteht man unter einer Verböserung?

Möglicherweise haben Sie schon einmal den Begriff der Verböserung im Zusammenhang mit der Einkommensteuererklärung und einem nachfolgenden Einspruchsverfahren gehört. Diese Bezeichnung klingt zunächst vielleicht einmal etwas veraltet und sperrig. Doch können sich dahinter schwerwiegende steuerliche und finanzielle Nachteile verbergen, die es geraten erscheinen lassen, sich mit der Problematik etwas näher zu beschäftigten.

Inhaltsverzeichnis
Sachverhalt
Hinweis auf drohende Verböserung
Einspruchsrücknahme
Unser Tipp

Was versteht man unter Verböserung?

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Sachverhalt

Wenn Sie der Auffassung sind, dass das Finanzamt Ihren Angaben in der Einkommensteuererklärung zu Ihren Lasten und in unberechtigter Weise nicht in vollem Umfang gefolgt ist, können Sie gegen den Einkommensteuerbescheid Einspruch einlegen. Im Rahmen dieses Einspruchsverfahrens wird ein Steuerbescheid vom Finanzamt jedoch insgesamt und in vollem Umfang nachgeprüft. Dies kann auch durch einen anderen Finanzbeamten im Finanzamt erfolgen, der die Angaben in Ihrer Steuererklärung vielleicht kritischer als ihr üblicher Sachbearbeiter betrachtet. Hierbei kann sich herausstellen, dass das Finanzamt einen geringfügigen Betrag übersehen hat, der sich zu Ihren Gunsten auswirken würde, stellt jedoch zugleich fest, dass ein schwerwiegenderer Fehler ebenfalls zu Ihren Gunsten erfolgt ist, der nun ebenfalls zu korrigieren wäre. Insgesamt hätten Sie also infolge des Einspruchsverfahrens eine höhere Steuerlast zu tragen als nach dem ursprünglichen Einkommensteuerbescheid.

Hinweis auf drohende Verböserung

Hier hilft Ihnen die Abgabenordnung. Eine Änderung des Steuerbescheides darf nur erfolgen, wenn das Finanzamt Sie auf die drohenden Nachteile hingewiesen, die Gründe hierfür mitgeteilt und Ihnen Gelegenheit zur Äußerung bzw. Reaktion gegeben hat. Das Finanzamt muss Sie also vorab auf den jetzt insgesamt drohenden finanziellen Nachteil, die „Verböserung“ ausdrücklich hinweisen. Sie können dann in Ruhe mit Ihrem Berater überlegen, wie am besten vorzugehen ist.

Einspruchsrücknahme

Sofern sich herausstellt, dass das Finanzamt den Sachverhalt zutreffend beurteilt hat, hilft die rechtzeitige Rücknahme des Einspruchs. Sie erhalten dann zwar nicht die geringfügige steuerliche Entlastung, die Ihnen zugestanden hätte, vermeiden jedoch die schwerwiegenderen finanziellen Nachteile, die durch die Korrektur einer Vergünstigung entstehen würde, auf die Sie von Anfang an keinen Anspruch gehabt hätten, was zunächst unerkannt geblieben war.

Sofern Sie die Einordnung und Begründung des Finanzamts nicht überzeugt, können Sie aber auch gegen die Entscheidung des Finanzamts den Klageweg beschreiten. Dann überprüft das Finanzgericht, welche Auffassung zutreffend ist. Diese Entscheidung ist nach gründlicher Abwägung der Risiken zu treffen.

Unser Tipp

Lohnsteuerhilfevereine sind für ihre Mitglieder bei der Problematik einer drohenden Verböserung die richtigen Ansprechpartner, weil ihre Mitarbeiter regelmäßig geschult werden und mit derartigen Fällen in den verschiedensten Varianten aus der Beratungspraxis vertraut sind.

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