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Renovierungskosten nach Altbaukauf sofort abziehbar?

Renovierungskosten nach Altbaukauf sofort abziehbar?

Lohnsteuerhilfeverein Frankfurt.

Erhaltungsaufwand oder Abschreibung?

Wer ein älteres und renovierungsbedürftiges Haus kauft, um es wieder herzurichten und zu vermieten, möchte im Regelfall möglichst schnell steuerliche Vorteile erzielen. Dann ist es besser, wenn sofort abziehbarer Erhaltungsaufwand vorliegt. Als dass die Renovierungskosten den Anschaffungskosten zugeordnet werden und eine langjährige Abschreibung der Gesamtkosten erfolgen muss. Darauf weist der Lohnsteuerhilfeverein Frankfurt hin.

Lohnsteuerhilfeverein Frankfurt: 15 % Grenze

Eine bedeutende Rolle spielt hierbei die magische 15 % Grenze: Hierbei dürfen die Renovierungskosten innerhalb der ersten drei Jahre nach Erwerb des Hauses 15 % der Anschaffungskosten nicht übersteigen. Der Kaufpreis für das Grundstück selbst wird nicht einberechnet. Sofern also die Erhaltungsaufwendungen in den ersten drei Jahren 15 % dieser Anschaffungskosten nicht übersteigen, liegt ein sofort abzugsfähiger Erhaltungsaufwand vor. Der Lohnsteuerhilfeverein Frankfurt weist darauf hin, dass sich dieser Abzug steuerlich schnell und weitreichend auswirkt.

Umfang der Renovierungskosten

Natürlich stellt sich nun die Frage, welche Renovierungskosten in diese 15 % Grenze mit einberechnet werden müssen. Denn je mehr Kosten hierbei berücksichtigt werden, desto eher ist die 15 % Grenze überschritten und ein sofort abziehbarer Erhaltungsaufwand damit nicht mehr gegeben.

Lohnsteuerhilfeverein Frankfurt: Entscheidung des Finanzgerichts Düsseldorf

Das FG Düsseldorf hatte hierzu über einen entsprechenden Fall am 21.01.2016 entschieden (Az.: 11 K 4274/13). Der Vermieter hatte eine mangelfreie Eigentumswohnung erworben. Der mit der Mieterin bereits bestehende Mietvertrag wurde zunächst einvernehmlich fortgesetzt. Im weiteren Verlauf kam es zu Auseinandersetzungen zwischen den Mietparteien. Schließlich kündigte der Vermieter die Wohnung und setzte seinen Räumungsanspruch erfolgreich vor Gericht durch. Nach Auszug der Mieterin stellten sich erhebliche Schäden an der Wohnung heraus, deren Kosten der Vermieter von der ehemaligen Mieterin nicht mehr erlangen konnte. Letztlich musste der Vermieter zur Beseitigung der von der Mieterin verursachten Schäden im Jahr nach dem Kauf der Wohnung mehr als 15 % der Anschaffungskosten aufwenden. Wie der Lohnsteuerhilfeverein Frankfurt mitteilt, ging das Finanzgericht nicht von einem anschaffungsnahen Aufwand aus. Vielmehr sei der zur Beseitigung nachträglicher Schäden erforderliche Aufwand zum sofortigen steuerlichen Abzug zuzulassen.

Bundesfinanzhof, Az.: IX R 6/16

Wegen der grundsätzlichen Bedeutung der Angelegenheit und zur Fortbildung des Rechts wurde allerdings die Revision zum BFH zugelassen. Der BFH hat über eine solche Frage bislang noch nicht entschieden. Das Verfahren ist dort inzwischen unter dem Aktenzeichen IX R 6/16 anhängig. Der Ausgang ist abzuwarten. Der Lohnsteuerhilfeverein Frankfurt weist darauf hin, dass Steuerpflichtige in vergleichbaren Fällen Einspruch gegen den Einkommensteuerbescheid und unter Hinweis auf das laufende Verfahren vor dem BFH Ruhen des Verfahrens beantragen können.

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