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Vermietung an Angehörige – Tipps der Lohnsteuerhilfevereine

Vermietung an Angehörige – Tipps der Lohnsteuerhilfevereine

Sie möchten eine leerstehende Wohnung vermieten und Ihr erwachsenes Kind hat Interesse, dort einzuziehen? Die Vermietung an Ihr eigenes Kind oder einen nahen Verwandten klingt nach einem guten Plan. Die Vorteile liegen auf der Hand, sagen Lohnsteuerhilfevereine: Die Unsicherheit hinsichtlich des Verhaltens des künftigen Mieters oder seiner Zahlungsmoral entfällt. Schließlich kennen Sie ihr Kind und müssen bei Meinungsverschiedenheiten auch keine langwierigen Gerichtsverfahren befürchten.

Lohnsteuerhilfevereine: steuerliche Berücksichtigung

Aber Vorsicht: Ein wichtiger Aspekt bei Vermietung an Angehörige ist die richtige steuerliche Gestaltung. Denn einerseits sind die Mieteinnahmen zu versteuern. Andererseits erfreulich: Die im Zusammenhang mit der Vermietung stehendend Kosten können als Werbungskosten abgezogen werden, so dass aus der Vermietung letztlich sogar ein steuerlich günstiger Verlust entstehen kann. Besonders die jährliche Abschreibung, die sich nach den Bau- oder Erwerbskosten bemisst, oder Erhaltungsaufwendungen, die im Laufe der Zeit erforderlich werden, zählen zu den Werbungskosten.

Fremdvergleich

Lohnsteuerhilfevereine werden aber häufig mit folgenden Problem konfrontiert: Beim Ansatz der Werbungskosten und Berücksichtigung eines steuerlichen Verlustes ist entscheidend, dass die vertragliche Gestaltung des Mietvertrags einem Fremdvergleich standhält. Also der Mietvertrag mit Ihrer Tochter muss so gestaltet sein und so durchgeführt werden, wie es zwischen Ihnen und einem fremden Mieter der Fall wäre. Das bedeutet, dass auf jeden Fall die monatliche Miete pünktlich so zu überweisen ist, wie dies im Mietvertrag steht. Und eine grundsätzlich mögliche Verrechnung mit Unterhaltsansprüchen der Tochter müsste auf jeden Fall zu den jeweiligen Fälligkeitsterminen erfolgt und nachweisbar sein (vgl. FG Düsseldorf, 7 K 1077/14 E).

Vergünstigte Miete

Eine weitere Stolperfalle haben Lohnsteuerhilfevereine beim Vorliegen einer vergünstigten Miete, wie sie Eltern häufig von ihren Kindern nur verlangen. Das Finanzamt orientiert sich hierbei an einer Grenze von 66 % der ortsüblichen Vergleichsmiete. Ungünstige Folge beim Unterschreiten dieser Grenze ist, dass auch die Werbungskosten nur in anteiliger Höhe abzugsfähig sind. Und das Finanzamt hat durchaus Mittel, die ortsübliche Miete festzustellen: Der Betrag kann sich aus einer vorherigen Fremdvermietung ergeben, aus dem örtlichen Mietspiegel, durch Hochrechnungen veralteter Werte, aus Immobilienportale im Internet oder auch durch Sachverständige.

Fazit:

Die Vermietung an den Sohn oder die Tochter hat auf jeden Fall viele Vorteile. Von Anfang an ist jedoch auf eine vertragliche Gestaltung und Durchführung des Mietvertrags zu achten, die dem entspricht, was auch zwischen fremden Vermietern und Mietern vereinbart und durchgeführt werden würde. Lohnsteuerhilfevereine kennen die Problematik und können bei frühzeitiger Information darauf hinwirken, dass eine insgesamt günstige steuerliche Gestaltung gelingt.


Bei der Erstellung von Einkommensteuererklärungen im Rahmen der Beratungsbefugnis gemäß   § 4 Nr. 11 StBerG bei Einkünften aus nichtselbständiger Tätigkeit oder Renteneinkünften, und daneben vorliegende Einnahmen aus Vermietung bis zur gesetzlichen Höhe  können Sie sich im Rahmen einer Mitgliedschaft in einer von ca. 650 Beratungsstellen des Aktuell Lohnsteuerhilfeverein e.V. gerne beraten lassen.

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