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Kurzarbeitergeld wegen Corona – Antworten auf die häufigsten Fragen

Kurzarbeitergeld wegen Corona – Antworten auf die häufigsten Fragen

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Update 22.04.2020: Erhöhung des Kurzarbeitergeldes +++ Aufgrund der derzeitigen Corona-Krise führen viele Arbeitgeber die sog. Kurzarbeit ein, um betriebliche Entlassungen zu vermeiden. Doch wie wird das Kurzarbeitergeld steuerlich behandelt? Ist das Kurzarbeitergeld steuerpflichtig? Erhalte ich am Jahresende eine Erstattung?

Da es viele Fragen zu diesem Thema gibt, haben wir für Sie zum Thema Kurzarbeit hilfreiche FAQ’s zusammengestellt.

Die meistgestellten Fragen zum Kurzarbeitergeld im Überblick:

Was ist Kurzarbeitergeld?

Arbeitgeber ordnen aufgrund wirtschaftlicher Ereignisse, wie derzeit beispielsweise die Corona-Krise, die Kurzarbeit an, um somit vor allem Entlassungen zu vermeiden. Dies bedeutet weniger Arbeit, aber auch weniger Lohn. Der Arbeitnehmer erhält in dieser Zeit nur das Kurzarbeitergeld.

Wie hoch ist das Kurzarbeitergeld?

Das Kurzarbeitergeld wird anhand des ausgefallenen Nettoarbeitsentgelts ermittelt und pauschaliert. Das Kurzarbeitergeld beträgt gesetzlich 60 % für Arbeitnehmer ohne Kinder und 67 % für Arbeitnehmer mit mindestens einem Kind. Arbeitgebern steht allerdings die freiwillige Erhöhung des Kurzarbeitergeldes frei.

Update 22.04.2020: Erhöhung des Kurzarbeitergeldes

Gute Nachrichten für Arbeitnehmer in Kurzarbeit – der Koalitionsausschuss einigte sich auf eine Erhöhung des Kurzarbeitergeldes. Abhängig ist die Erhöhung von der Dauer der Kurzarbeit. Die Beschlüsse im Überblick:

  • Für kinderlose Beschäftigte, die aktuell um mindestens 50 % weniger arbeiten, erhöht sich das Kurzarbeitergeld ab dem vierten Monat des Bezugs auf 70 % und ab dem siebten Monat auf 80 % des Lohnausfalls.
  • Für Beschäftigte mit Kindern, die ebenfalls im Moment um mindestens 50 % weniger arbeiten, erhöht sich das KUG ab dem vierten Monat des Bezugs auf 77 % und ab dem siebten Monat auf 87 %.
  • Das erhöhte Kurzarbeitergeld soll maximal bis 31. Dezember 2020 gelten.

 

Weitere Informationen zum Kurzarbeitergeld und den Erhöhungen finden Sie auch beim Bundesfinanzministerium.

Welche Bedeutung hat die Lohnsteuerklasse beim Kurzarbeitergeld?

Die Lohnsteuerklasse ist für die Höhe des Kurzarbeitergeldes bedeutend. Bei der Ermittlung des Kurzarbeitergeldes werden die Lohnsteuer entsprechend der Lohnsteuerklasse sowie der Solidaritätszuschlag berücksichtigt. Somit hat beispielsweise ein Arbeitnehmer mit Lohnsteuerklasse III ein höheres Kurzarbeitergeld als ein Arbeitnehmer mit Lohnsteuerklasse V.

Es kann daher vorteilhaft sein, wenn Ehegatten unterjährig die Lohnsteuerklasse wechseln. So erhöht sich das Kurzarbeitergeld für den in Kurzarbeit befindlichen Partner. Der Ehegatte mit der früheren günstigeren Steuerklasse hat zwischenzeitlich höhere Steuerabzüge, die allerdings im Rahmen der Einkommensteuerveranlagung korrigiert werden können. Das zu gering ausgezahlte Kurzarbeitergeld geht allerdings verloren.

Anders als beim Arbeitslosengeld I kann die Lohnsteuerklasse beim Kurzarbeitergeld auch unterjährig gewechselt werden und ist ab dem nachfolgenden Kalendermonat anzuwenden. Werden die Eintragungen rückwirkend geändert, z. B. Steuerklassenwechsel, so hat die Änderung für einen bereits abgerechneten Kalendermonat keinen Einfluss mehr. Das heißt, das zu wenig ausgezahlte Kurzarbeitergeld geht verloren.

Muss ich das Kurzarbeitergeld in der Steuererklärung angeben und in welcher Anlage?

Sofern das Kurzarbeitergeld mehr als 410 Euro im Jahr beträgt, sind Sie sogar zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet.

Der Arbeitgeber zahlt Ihnen das Kurzarbeitergeld aus, daher ist das Kurzarbeitergeld auf der Lohnsteuerbescheinigung Zeile 15 enthalten. In der Steuererklärung ist das Kurzarbeitergeld auf Anlage N Zeile 28 zu erfassen, wie andere Lohnersatzleistungen ( z. B. Mutterschaftsgeld).

Ist das Kurzarbeitergeld steuerpflichtig?

Das Kurzarbeitergeld ist steuerfrei. Allerdings unterliegt es dem Progressionsvorbehalt. Das heißt, das Kurzarbeitergeld selbst wird zwar nicht versteuert, es wird aber in die Bemessungsgrundlage zur Ermittlung des Steuersatzes einbezogen und erhöht daher Ihren Steuersatz.

Wie wirkt sich das Kurzarbeitergeld bei der Steuererstattung aus?

Der Bezug von Kurzarbeitergeld führt aufgrund des Progressionsvorbehaltes in der Regel zu Steuernachzahlungen bzw. geringeren Steuererstattungen im Steuerbescheid. Es ist daher ratsam, sich schon während des Jahres Rücklagen beiseite zu legen.

Welchen Einfluss hat ein Nebenjob auf das Kurzarbeitergeld?

Wahrscheinlich gibt es Bedenken, ob man auch mit dem geringeren Kurzarbeitergeld auskommen kann. Eine Lösung dafür kann die Aufnahme eines Nebenjobs oder Minijobs sein, allerdings gibt es dabei einiges zu beachten. Besonders von Bedeutung ist der Beginn der Beschäftigung, da dieser die spätere Handhabung festlegt.

Nebenjob bereits vor dem Bezug von Kurzarbeitergeld

Sofern Sie bereits bisher einen Minijob ausgeübt haben, wird das daraus gezahlte Einkommen nicht auf das Kurzarbeitergeld angerechnet. Ein gelegentliches unvorhergesehenes Überschreiten der Grenze von 450 Euro bei Ihrem Minijob ist grundsätzlich unschädlich. Die Corona-Krise stellt sicherlich ein unvorhersehbares Ereignis dar. Hierzu gibt es jetzt aber auch eine ausdrückliche Sonderregel: In den Monaten März bis Oktober dürfen Sie die Verdienstgrenze insgesamt fünf Mal überschreiten, ohne dass dieser Verdienst auf das Kurzarbeitergeld angerechnet wird.

Nebenjob während dem Bezug von Kurzarbeitergeld

Wird eine geringfügige Beschäftigung während des Bezuges von Kurzarbeitergeld aufgenommen, wird dieses Einkommen auf das Kurzarbeitergeld angerechnet. Sprich, das Kurzarbeitergeld wird gekürzt. Sind Sie daher auf der Suche nach einem Nebenjob und erhalten Kurzarbeitergeld, sollten Sie bereits mindestens einen Tag vor Bezug des Kurzarbeitergeldes mit der Beschäftigung beginnen.

Nebenjobs in systemrelevanten Berufen

Im Rahmen des kürzlich beschlossenen Maßnahmenpakets werden jetzt Minijobs in systemrelevanten Berufen weiter steuerlich begünstigt. Sofern Sie während der Kurzarbeit einen solchen Minijob aufnehmen, erfolgt keine Anrechnung dieses Entgelts auf das Kurzarbeitergeld; das Gesamteinkommen aus Arbeitseinkommen, Kurzarbeitergeld und Minijob darf dabei nur das normale Bruttoeinkommen nicht übersteigen. Zu den systemrelevanten Berufen gehören unter anderem Tätigkeiten bei der medizinischen Versorgung und den Krankentransporten, bei der Mitarbeit in der Behinderten-, Kinder- und Jugendhilfe, beim Transport und der Verteilung von Lebensmitteln, beim Lebensmittelhandel, bei der Lebensmittelherstellung und in der Landwirtschaft.

Wo finde ich als Arbeitnehmer Unterstützung und Beratung zum Kurzarbeitergeld?

Als Arbeitnehmer können Sie sich im Rahmen einer Mitgliedschaft von Lohnsteuerhilfevereinen auch hinsichtlich der steuerlichen Auswirkungen des Kurzarbeitergeldes und eines Minijobs beraten lassen. Derzeit kann eine Beratung telefonisch oder auf anderen Wegen der Kommunikation erfolgen. Die Beratungsstellenleiter sind hierauf vorbereitet. Ihre Fragen zur steuerlichen Auswirkung von Kurzarbeitergeld und Minijob in Corona-Zeiten können auf diesem Wege schnell und umfassend beantwortet werden.

Weitere Informationen zur Beratung beim Aktuell Lohnsteuerhilfeverein e.V. in Zeiten von Corona erhalten Sie hier.

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