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Kirchensteuer

Was ist die Kirchensteuer?

Steuerlexikon: Kirchensteuer

Als Bundesbürger, der einer staatlich anerkannten Religionsgemeinschaft angehört, die Kirchensteuer erheben darf, unterliegen Sie grundsätzlich der Kirchensteuerpflicht. Auf der anderen Seite können Sie die an die Kirchen gezahlte Steuer als Sonderausgabe berücksichtigen lassen. Sofern Sie als Steuerpflichtiger die Kirchensteuer nicht mehr zahlen wollen, können Sie einen Kirchenaustritt vornehmen. Ihre Pflicht zur Zahlung dieser Steuer endet dann.

Inhaltverzeichnis:

Kirchensteuerpflicht

Kirchensteuer als Sonderausgabe

Kirchenaustritt

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Kirchensteuerpflicht

Eine Kirchensteuerpflicht ist dann gegeben, wenn Sie als Steuerpflichtiger Mitglied in einer Religionsgemeinschaft sind, die diese Steuer erheben darf. Zu einer solchen Religionsgemeinschaft zählen unter anderem die Katholischen Kirche, die evangelischen Landeskirchen, die altkatholische Kirche, die jüdischen Kultusgemeinden und die Freireligiösen Gemeinden. Sofern Sie also einer dieser Gemeinden als Mitglied angehören und in der Bundesrepublik wohnen, unterliegen Sie der Kirchensteuerpflicht. Es gibt allerdings auch Religionsgemeinschaften, die keine Steuer erheben bzw. erheben dürfen. Da diese Steuer durch Gesetze der Bundesländer geregelt ist, richtet sich die Höhe nach Ihrem Wohnort. In den meisten Bundesländern beträgt sie 9 Prozent, in Bayern und Baden-Württemberg 8 Prozent der Einkommensteuer. In diesen beiden Bundesländern wird allerdings zusätzlich noch ein Kirchgeld fällig, das direkt an die betreffende Kirchengemeinde fließt.

Kirchensteuer als Sonderausgabe

Sofern Sie also Mitglied einer Religionsgemeinschaft sind, die Kirchensteuer erhebt, wird Ihnen als Arbeitnehmer die Kirchensteuer direkt im Rahmen der monatlichen Lohnabrechnung abgezogen. Die Finanzämter erhalten diese Kirchensteuer direkt und leitet sie an Ihre jeweilige Kirche weiter. Freilich macht das Finanzamt das nicht umsonst. Es behält bei der Weitergabe eine Verwaltungskostengebühr ein. Auch bei Kapitalerträgen fällt die Kirchensteuer an, die die Banken seit 2015 ebenfalls automatisch einbehalten. Sofern Sie diesem Vorgehen widersprechen, müssen Sie die auf Kapitalerträge entfallende Kirchensteuer im Rahmen der Einkommensteuerveranlagung abführen. Auf der anderen Seite können Sie die Kirchensteuer aber auch als Sonderausgabe unbeschränkt bei der Einkommensteuererklärung ansetzen. Sie können also die gezahlte Kirchensteuer auf der Seite 2 des Mantelbogens bei Ihrer Einkommensteuererklärung angeben, so dass sie als unbeschränkte  Sonderausgabe nach § 10 Abs. 1 Nr. 4 EStG berücksichtigt wird. Ihre steuerliche Belastung reduziert sich hierdurch.

Kirchenaustritt

Sofern Sie keine Steuer mehr an die Kirche zahlen wollen und Ihr Glauben nicht entgegensteht, können Sie einen Kirchenaustritt ins Auge fassen und Ihre Glaubensgemeinschaft hierdurch verlassen. Sie können den Kirchenaustritt unter Vorlage Ihres Ausweises beim Standesamt, in manchen Kommunen auch beim Amtsgericht erklären. Die durch Ihren Kirchenaustritt gesparte Steuer können Sie selbstverständlich auf andere Weise an gemeinnützige Organisationen spenden und auch hierfür einen gewissen Abzug als Sonderausgabe beanspruchen.

Was wird neben der Kirchensteuer noch vom Lohn abgezogen?

Weitere Abzüge sind z. B. die Beiträge zur Sozialversicherung, Arbeitslosenversicherung, Krankenversicherung oder die Lohnsteuer. Was landet dann von Ihrem Bruttolohn überhaupt auf Ihrem Konto? Die Frage wie viel Netto Ihnen vom Brutto übrig bleibt, beantwortet unser Brutto-Netto-Rechner.

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Werden Sie Mitglied im Lohnsteuerhilfeverein und lassen Sie sich rund um Ihre Steuerangelegenheiten beraten. Wir erstellen Ihre Einkommensteuererklärung und beraten Sie ganzjährig im Rahmen der Mitgliedschaft begrenzt nach § 4 Nr. 11 StBerG. Dafür zahlen Sie jährlich nur einen geringen Mitgliedsbeitrag, der sich nach Ihrem Bruttojahreseinkommen berechnet.