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Winterdienst spart Steuern

Winterdienst spart Steuern

Jedes Jahr wieder die gleiche Frage: wie wird der Winter? Wetterpropheten bemühen sich, mittels diverser Naturerscheinungen den Verlauf des Winters vorherzusagen. Demnach wird er entweder ungewöhnlich mild oder besonders hart. Eines steht jedoch fest: Um Schneeräumen und den Winterdienst kommt kaum einer herum. Ein kleiner Trost hierbei: der Winterdienst spart Steuern, zumindest wenn man nicht selbst zur Schneeschaufel greift, sondern dies den Profis und Fachleuten überlässt.

Denn Kosten für haushaltsnahe Dienstleistungen können in der Steuererklärung angegeben werden. Voraussetzung hierbei ist jedoch, dass die erforderlichen Belege vorliegen. Eine erleichterte Anwendung ist hierbei dem Urteil des BFH vom 20.03.2014, Az.: VI R 55/12 zu entnehmen. Demnach gibt es jetzt insbesondere einen ausgeweiteten Begriff des Haushalts.

Winterdienst spart Steuern durch haushaltsnahe Dienstleistungen

Die Kosten für haushaltsnahe Dienstleistungen können Sie in Höhe von 20 %, maximal mit einem Betrag in Höhe von 4.000 Euro von der Einkommensteuer abziehen. Damit sind grundsätzlich alle haushaltsnahen Dienstleistungen gemeint, die Sie zwar selbst erledigen könnten, für die Sie aber einen selbständig Tätigen beauftragen. Die haushaltsnahen Dienstleistungen müssen einen Bezug zu Ihrem Haushalt aufweisen. Beispielsweise wären hier Gartenpflegeleistungen, Fensterputzen, Kinderbetreuung oder Kosten für Reinigungsarbeiten zu nennen. Aber auch der Winterdienst spart Steuern, denn auch hier kann ein enger räumlicher Bezug zum Haushalt angenommen werden, selbst wenn die Tätigkeit jenseits der eigenen Grundstücksgrenzen durchgeführt wird, z.B. auf dem öffentlichen Gehweg.

Erforderliche Belege

Der Nachweis der Aufwendungen müssen Sie durch die Vorlage der erforderlichen Belege, z.B. einer Rechnung vornehmen. Wichtig ist hierbei, dass die verschiedenen Kosten getrennt aufgeführt wurden. Denn ansetzbar sind nur die Kosten für Arbeitslohn, Fahrtkosten und Maschinenkosten. Insbesondere Materialkosten oder Verwaltergebühren bleiben außen vor. Zu beachten ist auch, dass der Betrag auf das Konto des Leistenden eingehen muss und Sie auch diesen Beleg dem Finanzamt vorlegen können müssen. Sie müssen diese erforderlichen Belege auf jeden Fall aufbewahren, denn der Winterdienst spart Steuern nur unter dieser Voraussetzung.

Urteil des BFH vom 20.03.2014, Az.: VI R 55/12

Die Rechtsprechung hat die Möglichkeiten eines Abzugs für Sie immer mehr ausgeweitet. Maßgebend hierbei ist Urteil des BFH vom 20.03.2014, Az.: VI R 55/12. Das Bundesministerium der Finanzen hat darauf reagiert und die Anwendung des zugrundeliegenden § 35 a EStG entsprechend angepasst. Einzelheiten sind dem BMF-Schreiben vom 09.11.2016 zu entnehmen. Damit ist klargestellt: Der Winterdienst spart Steuern, auch wenn er auf öffentlichem Grund durchgeführt wird, der jedoch dem eigenen Grundstück angrenzt.

Begriff des Haushalts

Neu ist also, dass der Begriff des Haushalts jetzt auch das angrenzende Grundstück umfassen kann, sofern die dort ausgeübten haushaltsnahen Dienstleistungen dem eigenen Grundstück dienen. Hierbei ist besonders erfreulich: Lohnkosten für den Winterdienst auf dem öffentlichen Gehweg vor dem eigenen Grundstück können problemlos Berücksichtigung finden.

Im Übrigen gilt. Auch in anderen Bereichen kann es für Sie ratsam sein, die Hilfe von Fachleuten in Anspruch zu nehmen. Beispielsweise können wir Ihnen bei der Beurteilung der Frage, ob haushaltsnahe Dienstleistungen vorliegen, wir als Lohnsteuerhilfeverein im Rahmen einer Mitgliedschaft weiterhelfen.

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