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Sky-Abo absetzbar als Werbungskosten für Arbeitnehmer (Lizenzfußballer)?

Sky-Abo absetzbar als Werbungskosten für Arbeitnehmer (Lizenzfußballer)?

Das hatte sich ein Lizenzfußballspieler aus der zweiten Bundesliga so schön ausgerechnet. Er setzte die Kosten für das Abonnement eines „Fußballpakets“ des Pay-TV-Senders „Sky“ als Werbungskosten für Arbeitnehmer an. Es handelte sich hierbei um immerhin ca. 660 Euro im Jahr, die er zu seinen Gunsten vom Finanzamt berücksichtigen lassen wollte.

Einkünfte aus nichtselbständiger Tätigkeit als Lizenzfußballspieler

Denn der Steuerpflichtige bezog als Lizenzfußballspieler Einkünfte aus nichtselbständiger Tätigkeit. Damit im Zusammenhang stehende Werbungskosten sind bekanntlich solche Ausgaben, die dem Erwerb, der Sicherung und der Erhaltung von Einnahmen dienen. Sofern solche Aufwendungen vorliegen, sind sie als Werbungskosten für Arbeitnehmer anzusehen und können damit von den Einnahmen abgezogen werden.

Werbungskosten für Arbeitnehmer

Der Steuerpflichtige argumentierte hierbei scharfsinnig, dass er seine fußballerischen Fähigkeiten durch das Ansehen von Spielen der 1. und 2. Fußball Bundesliga sowie des DFB-Pokals, die überwiegend nur auf „Sky“ gezeigt würden, schulen würde, so dass es sich bei diesem Fußballabonnement bei ihm um Werbungskosten für Arbeitnehmer handele.

Das Finanzamt zog nicht mit

Das Finanzamt vertrat demgegenüber die naheliegende Auffassung, dass eine ausschließlich berufliche Nutzung des Abos als ausgeschlossen erscheine, vielmehr von einem privaten Interesse des Steuerpflichtigen auszugehen sei und im übrigen auch andere Personen das Sky-Abo zusammen mit dem Steuerpflichtigen nutzen würden. Eine Trennung zwischen einer möglichen beruflichen und einer privaten Nutzung sei nicht möglich und die Nutzungen würden so ineinander übergreifen, dass ein Ansatz als Werbungskosten für Arbeitnehmer zugunsten des Steuerpflichtigen insgesamt entfalle.

Entscheidung des Finanzgerichts Münster vom 24.03.2015, Az.: 2 K 3027/12 E

Letztlich erkannte auch das angerufene Finanzgericht die Kosten für das Fußball-Abo des Pay-TV Senders nicht an. Denn es handele sich hierbei um Aufwendungen, die wegen eines allgemeinen Interesses einer Vielzahl von Steuerpflichtigen entstehen würden. Gerichtsbekannt sei auch, dass sich diese Sendungen nicht an ein Fachpublikum, sondern an die Allgemeinheit richten würden.

Das Finanzgericht führte weiter aus, dass der Kläger, der im Streitjahr in der Zweiten Fußball Bundesliga spielte, das Abonnement nicht ausschließlich dazu genutzt habe, sich auf kommende Gegner und Gegenspieler vorzubereiten, sondern auch, um sich Spiele der Ersten Fußball Bundesliga und der Championsleague und damit von Mannschaften und Gegenspielern anzusehen, „… gegen die er aller Wahrscheinlichkeit nach in absehbarer Zeit nicht spielen wird. …“

Dies dürfte bereits eine bittere Erkenntnis sein, darüber hinaus blieb ihm damit aber auch der Abzug des Sky-Abonnements als Werbungskosten für Arbeitnehmer gleichfalls versagt.

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