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Steuerpläne der Parteien: Das will die Politik für Sie verbessern.

Steuerpläne der Parteien: Das will die Politik für Sie verbessern.

Am 24.09.2017 wählt Deutschland, also wählen Sie den neuen Bundestag – wissen Sie über die Steuerpläne der Parteien Bescheid? Sie sind Arbeitnehmer, Hauseigentümer, Eltern, Kapitalanleger oder sonst Steuerzahler? Dann ist es für Sie von großer Bedeutung, was die Parteien im Hinblick auf die Steuern nach der Bundestagswahl 2017 planen. Wir haben die Steuerpläne der Parteien CDU/CSU, SPD, Die LinkeBündnis 90/Die Grünen, FDP und die Pläne der AfD unter die Lupe genommen. Hiermit können Sie sich als Steuerzahler, zumindest einen Überblick über die Steuerpolitik der verschiedenen Parteien verschaffen.

Steuerpläne der Parteien CDU/CSU

Als Erstes zeigen wir Ihnen die Steuerpläne der Parteien, die momentan die Bundesregierung zusammen mit der SPD bilden, also die CDU/CSU. Die Schwesterpartei will für Sie die Einkommensteuer senken und den Einkommensteuertarif gerechter ausgestalten. Der Spitzensteuersatz von 42 % soll künftig erst dann zur Anwendung kommen, wenn Ihr steuerpflichtiges Jahreseinkommen 60.000 Euro erreicht. Aber auch wenn Sie geringere Einkünfte beziehen, soll sich Ihre Steuerbelastung reduzieren. Auch erfreulich: Die CDU/CSU möchte den Soli in den nächsten Jahren abschaffen. Und der Kinderfreibetrag und das Kindergeld für Ihre Kinder weiter erhöhen. Durch Verbesserung der Abschreibungsmöglichkeiten und ein Baukindergeld wollen sie allgemein den Wohnungsbau fördern. Dennoch sollen keine neuen Schulden gemacht werden. Für langfristige Sicht haben sie in ihrem Wahlprogramm, dass eine individuelle Besteuerung die pauschale Abgeltungssteuer bei Ihren Kapitaleinkünften ersetzen soll.

SPD

Auf dem Steuerplan der SPD steht die gezielte steuerliche Entlastung von Arbeitnehmern mit mittleren und kleinen Einkommen. Dabei will die Partei aber auch die Sozialbeiträge von Arbeitnehmern senken. Sofern Sie ein Jahreseinkommen zwischen ca. 20.000 Euro und 60.000 Euro beziehen, soll Ihre Einkommensteuer gegenüber den heutigen Verhältnissen sinken. Dafür soll der Spitzensteuersatz bei Beziehern höherer Einkommen auf 45 % steigen, bei einem Einkommen ab 250.000 Euro soll er auf 48 % steigen. Statt wie bisher auf Ehegattensplitting wollen sie künftig auf ein Familiensplitting setzen, wobei Ihnen in dieser Hinsicht ein Wahlrecht verbleiben soll. Beim Familiensplitting werden die Kinder stärker berücksichtigt. Den Soli möchte die SPD zumindest bei Bezieher mittlerer und unterer Einkommen abschaffen. Außerdem will die Partei die pauschale Abgeltungssteuer bei Kapitaleinkünften abschaffen und eine Finanztransaktionssteuer einführen. Und zuletzt möchten sie eine höhere Besteuerung von großen Erbschaften durchsetzen.

Die Linke

Folgende Steuerpläne verfolgt „Die Linke“: Als Bezieher niedriger und mittlerer Einkommen sollen Sie stärker entlastet, als Bezieher höherer Einkommen aber stärker belastet werden. Ihr jährlicher, steuerfreier Grundfreibetrag wird auf 12.600 Euro deutlich angehoben. Der Spitzensteuersatz beträgt ab einem zu versteuernden Einkommen von 70.000 Euro 53 %, ab 260.533 Euro 60 % und ab einem zu versteuernden Einkommen von einer Million Euro 75 %. Das Ehegattensplitting will „Die Linke“ durch familienfreundlichere Steuermodelle ersetzen und Abfindungen wieder steuerfrei behandeln. Bei der Förderung Ihrer Familie werden die Leistungen zu einer Kindergrundsicherung zusammengefasst, das Kindergeld wird für jedes Ihrer Kinder auf 328 Euro angehoben. Die pauschale Abgeltungssteuer wird abgeschafft, bei jeder Finanztransaktion wird eine Finanztransaktionssteuer erhoben. Gewinne, die durch Spekulation und Immobilienverkäufe entstehen, möchten die Linken stärker besteuern, genauso wie höhere Erbschaften.

Bündnis 90 / Die Grünen

Die Grünen möchten Sie, sofern Sie ein kleines oder mittleres Einkommen beziehen, durch die Erhöhung des steuerfreien Grundfreibetrags entlasten. Den Spitzensteuersatz will die Partei ab 100.000 Euro zu versteuerndem Einkommen bei Alleinstehenden erhöhen. Außerdem soll die gezielte Förderung von Familien mit Kindern das Ehegattensplitting ersetzen. Die verschiedenen Familienförderungen wollen die Grünen dann zu einem Familien-Budget zusammenfassen. Des Weiteren sollen Eltern ihre Arbeitszeit in bestimmten Phasen reduzieren können und finanzielle Unterstützung erhalten. Auch sie wollen, statt der Abgeltungssteuer, Kapitalerträge mit dem individuellen Steuersatz besteuern. Für Superreiche soll eine fühlbare Vermögenssteuer gelten, die Grundsteuer möchten sie gerechter gestalten. Abschließend soll das Erbschaftssteuerrecht einfacher und ebenfalls gerechter, jedenfalls verfassungskonform ausgestaltet werden.

FDP

Auch die FDP hat Steuerpläne in ihr Wahlprogramm aufgenommen und setzt sich für folgende Gesetzesänderungen ein. Zunächst sollen Sie als Steuerpflichtige bei gleichem Einkommen weniger Steuern zahlen. Ihr Anteil an Steuern und Sozialabgaben soll etwa 50 % Ihres Einkommens nicht übersteigen. Das Splittingverfahren möchte die Partei beibehalten. Zudem wollen die freien Demokraten die Kinderfreibeträge anheben und sich dafür einsetzen, dass Sie Kinderbetreuungskosten und haushaltsnahe Dienstleistungen in weiterem Umfang absetzen können. Ihre Werbungskostenpauschale als Arbeitnehmer möchte die FDP erhöhen. Insgesamt möchten sie die Steuererklärung vereinfachen. Und auch sie wollen den Soli in naher Zukunft abschaffen.

AfD

Zuletzt noch ein Überblick zu den Steuerplänen der AfD: Statt des Steuertarifs soll es Steuerstufen geben. Für Steuern, Beiträge und Gebühren will die Partei eine allgemeine Abgabenbremse einführen. Den Grundfreibetrag wollen sie anheben. Für Sie als Verbraucher möchte die AfD den allgemeinen Mehrwertsteuersatz auf 12 % reduzieren. Die Vermögenssteuer lehnen sie ab. Familien soll der Erwerb von Wohneigentum erleichtert werden. Zuletzt möchten sie noch das Ehegattensplitting durch ein Familiensplitting ergänzen.

Ergebnis:

Gerade die Steuerpläne der Parteien und die zukünftige Steuerpolitik können sich für Sie als Steuerzahlerin oder Steuerzahler erheblich auswirken. Informieren Sie sich deshalb über verschiedene Ideen und unterschiedliche Vorstellungen der einzelnen Parteien. Denn auch diesen Themenkreis sollten Sie bei Ihrer Wahlentscheidung am 24.09.2017 zugrunde legen.

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