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Steuerhilfe – Infos zur Kirchensteuer

Steuerhilfe – Infos zur Kirchensteuer

Wissenswertes rund um Kirchensteuer … auch Sie beeinflusst die Höhe des Nettogehaltes. Die Kirchensteuer taucht schon seit der Weimarer Verfassung auf. In dieser wird im Artikel 137 definiert wer diese erheben darf: Nämlich nur diejenigen Religionsgemeinschaften, die eine Körperschaft des öffentlichen Rechts sind.

Die Kirchensteuer wird von den Religionsgemeinschaften von ihren Mitgliedern erhoben. Die Kirchen sind sehr auf die Steuer angewiesen, denn diese macht ungefähr 70 Prozent ihres Einkommens aus. Das Geld verwenden die Kirchen, um die Ausgaben der Gemeinde zu finanzieren sowie für ihre Mitarbeiter, für Verwaltungskosten und vor allem für den Unterhalt der Kirchenbauten oder ähnlichem.

In Deutschland wird sie von den Finanzämtern der jeweiligen Bundesländer „eingesammelt“, wofür diese eine Aufwandsentschädigung bekommen.

Wie viel Kirchensteuer muss man zahlen?

Die Kirchensteuer richtet sich nach der Einkommens- bzw. der Lohnsteuer. Die Höhe setzen die Kirchenleitungen fest. Jedoch wird sie erst mit der Zustimmung durch die jeweiligen Landesämter rechtskräftig.

Wie viel Kirchensteuer gezahlt werden muss ist, hängt vom jeweiligen Bundesland ab. In Bayern und Baden-Württemberg beträgt die Kirchensteuer 8 % der Einkommensteuer bzw. der Lohnsteuer. In allen anderen Bundesländern beträgt sie 9 %.

Das Bundesverfassungsgericht hat mit Urteil vom 14.12.1965 eine grundlegende Entscheidung zu konfessionsverschiedenen und glaubensverschiedenen Ehen getroffen.

Um eine konfessionsverschiedene Ehe handelt es sich, wenn beide Ehegatten verschiedenen Religionsgemeinschaften angehören, die in dem betreffenden Bundesland steuerberechtigt und steuererhebend sind.

Bei einer glaubensverschiedene Ehe, gehört nur ein Ehegatte einer in dem betreffenden Bundesland steuerberechtigten und steuererhebenden Kirche an. Der andere Ehegatte dagegen ist keiner Religionsgemeinschaft oder einer Religionsgemeinschaft zugehörig, die keine Steuer erhebt. Diese Unterscheidung kann dazu führen, dass Ehegatten in verschiedenen Bundesländern unterschiedlich behandelt werden.

Muss die Kirchensteuer bei der Steuererklärung berücksichtigt werden?

Seit 2009 wird die Kirchensteuer auch als Zuschlag zur Kapitalertragsteuer (Abgeltungsteuer) erhoben. Wenn bei der Bank ein schriftlicher Antrag auf Einbehalt der Kirchensteuer gestellt wird, kann die Bank auch bereits die Kapitalertragsteuer einbehalten. In diesem Fall behält die Bank die Kirchensteuer mit dem entsprechenden Kirchensteuersatz als Zuschlag zur ein und führt sie an das Finanzamt ab.

Die steuermindernde Wirkung des Sonderausgabenabzugs für die Kirchensteuer wird dabei gleich mit berücksichtigt. Die Kapitalerträge können dann nicht nochmals in der Steuererklärung angegeben werden.

Hinweis: Der Antrag dafür kann nur im Voraus gestellt und nicht rückwirkend widerrufen werden.

Wissenswertes: Ab dem 14. Lebensjahr ist es möglich aus der Kirche auszutreten. In einigen Bundesländern werden bei dem Kirchenaustritt Gebühren erhoben, die bis zu 50 Euro betragen können. Ob man nach dem Austritt aus der Kirche trotzdem noch Taufpate sein kann, kirchlich heiraten darf oder ähnliches, hängt von der jeweiligen Kirche ab.

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