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Bestens abgesichert und gut versorgt im Pflegefall

Bestens abgesichert und gut versorgt im Pflegefall

Bestens abgesichert und gut versorgt im Pflegefall … Fragen und Antworten vom Lohnsteuerhilfeverein zum Thema Pflegeversicherung.

Im Jahr 1995 wurde die Pflegeversicherung als „Gesetz zur sozialen Absicherung des Risikos der Pflegebedürftigkeit“ eingeführt. Die Pflegeversicherung gehört im deutschen Sozialversicherungssystem zu den Pflichtversicherungen. Alle Personen die in der gesetzlichen Krankenversicherung pflichtversichert sind, sind damit automatisch gleichzeitig auch Mitglied in der gesetzlichen Pflegeversicherung. Denn die Pflegekassen und Krankenkassen arbeiten eng zusammen.

Welchen Beitrag zahlt man in die Pflegeversicherung ein?

Die Beiträge zur gesetzlichen Pflegeversicherung werden zur Hälfte vom Arbeitgeber getragen. Wie alle Pflichtbeiträge der Sozialversicherungen, werden auch die Beiträge für die Pflegeversicherung bei der Steuererklärung als Sonderausgaben eingestuft.

Grundlage für die Berechnung der Pflegeversicherung ist das Bruttoeinkommen des Arbeitnehmers. Der Beitrag mit mindestens einem Kind beträgt 1,95 Prozent, ohne Kind 2,20 Prozent des Bruttolohns. Die Beitragsbemessungsgrenze 2012 wurde auf 45.900 Euro festgesetzt.

Versicherte, die keine eigenen Kinder, Stief- oder Pflegekinder haben oder hatten, müssen ab einem Alter von 23 Jahren einen von ihnen alleine zu tragenden Zusatzbeitrag in Höhe von 0,25 Prozent zahlen* (§ 55 Abs. 3 SGB XI). Der Arbeitgeberanteil bleibt davon unberührt und ändert sich in der Höhe nicht.

Versicherte mit Kindern müssen die „Elterneigenschaft“ gegenüber dem Arbeitgeber oder dem Sozialversicherungsträger nachweisen. Erfolgt dieser Nachweis nicht, müssen diese den Zusatzbeitrag einbehalten und abführen.

*Von dieser Regelung ausgenommen sind Versicherte, die vor 1939 geboren wurden.

Welche Leistungen übernimmt die Pflegeversicherung?

Sobald eine Pflegebedürftigkeit vorliegt, übernimmt die jeweilige Pflegekasse die Kosten für häusliche oder stationäre Pflege und sichert damit eine optimale Versorgung der erkrankten Person. Die Pflegekosten werden entweder an die Angehörigen oder an Pflegedienste gezahlt.

Die Pflegekosten sind entsprechend der jeweiligen Pflegestufe festgelegt. Hierbei unterscheidet man drei Pflegestufen von erheblich (I) über schwer (II) bis hin zu schwerster (III) Pflegebedürftigkeit. Die Einstufung hängt von der Intensität des täglichen Hilfebedarfs ab und erfolgt für einen Zeitraum bis zu 3 Jahren.

Pflegestufe
Täglicher Hilfebedarf
[in Minuten]
Pflegekostenersatz
für selbst organisierte
Pflegepersonen
[in Euro / Monat]
ab 01.01.2010
Pflegekostenersatz
für ambulante
Pflegedienste
[in Euro / Monat]
ab 01.01.2010
I
ab 90
225
440
II
ab 180
430
1.040
III
ab 300
685
1.510

Tipp: Da ambulante Betreuung durch einen Pflegedienst und stationäre Pflege in einem Pflegeheim sehr teuer sind, reichen die von der Pflegekasse gezahlten Pflegekosten oft nicht aus, um beispielsweise die Wünsche der Pflegebedürftigen mit zu berücksichtigen.

Um eine bestmögliche und individuelle Betreuung im Pflegefall sicherzustellen, nutzen viele Menschen die Möglichkeit sich zusätzlich über eine private Pflegeversicherung abzusichern.

Die Kosten dafür müssen allerdings komplett vom Versicherungsnehmer gezahlt werden. Unter bestimmten Voraussetzungen sind sie jedoch als Sonderausgaben in Form von Vorsorgeaufwendungen steuerlich absetzbar.

Gerne beraten Sie die Berater/innen vom Lohnsteuerhilfeverein in einem persönlichen Gespräch zu den Themen gesetzliche und private Pflegeversicherung sowie die Möglichkeiten über die Berücksichtigung der Beiträge in der Steuererklärung.

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