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Handwerkerrechnungen in der Steuererklärung

Handwerkerrechnungen in der Steuererklärung

Lohnsteuerhilfeverein Stuttgart. Bekanntlich können die Kosten für die Tätigkeit eines Handwerkers im eigenen Haushalt steuerliche Berücksichtigung finden. Diese Regelung ist der Vorschrift des § 35 a Abs. 3 EStG zu entnehmen. Einige Voraussetzungen sind hierbei allerdings zu beachten: So muss eine ordnungsgemäße Rechnung des Handwerkers vorliegen, die die Lohnkosten separat ausweist. Des Weiteren darf dieser Rechnungsbetrag auch nicht bar beglichen werden, sondern die Zahlung hat beispielsweise durch Überweisung zu erfolgen. Auch kann kein unbegrenzter Abzug erfolgen. Pro Jahr können 20 % der gezahlten Lohnkosten abgezogen werden, es gibt hierbei jedoch eine jährliche Höchstgrenze für den Abzug in Höhe von EUR 1.200,00. Eine weitere Voraussetzung gibt es allerdings noch, auf die der Lohnsteuerhilfeverein Stuttgart hinweist: Die Tätigkeit muss im Haushalt des Steuerpflichtigen erfolgen. Und hieran haperte es in einem vom Finanzgericht Neustadt entschiedenen Fall.

Lohnsteuerhilfeverein Stuttgart: Handwerkerleistungen im Haushalt

Dem kürzlich vom FG Neustadt entschiedenen Fall lag folgender Sachverhalt zugrunde: Die Kläger hatten einen Raumausstatter beauftragt, ihre Sitzgruppe neu zu beziehen. Dieser holte die Möbel ab und bezog sie in seiner nahegelegenen Werkstatt neu. Hierfür stellte er einen Betrag in Höhe von rund EUR 2.600,00 in Rechnung. Die Kläger beantragten die Berücksichtigung dieser Zahlung nach § 35 a Abs. 3 EStG als Inanspruchnahme von Handwerkerleistungen. Wie der Lohnsteuerhilfeverein Stuttgart mitteilt, verweigerte das Finanzamt diesen Abzug, weil die Handwerkerleistung nicht im Haushalt des Steuerpflichtigen erfolgt sei. Die Entfernung zwischen dem Haushalt der Kläger und der Werkstatt des Raumausstatters habe ca. 4 km betragen. Da die Kläger der Auffassung waren, eine Tätigkeit in der nahegelegenen Werkstatt des Handwerkers erfülle die gesetzlichen Voraussetzungen, reichten sie nach erfolglosem Einspruchsverfahren Klage gegen die ablehnende Entscheidung des Finanzamts ein.

Entscheidung des FG Neustadt vom 06.07.2016, Az.: 1 K 1252/16

Leider schloss sich das zuständige FG Neustadt der Auffassung des Finanzamts an. Demnach werden Handwerkerleistungen nur dann in einem Haushalt erbracht, wenn sie im räumlich-funktionalen des Haushalts geleistet werden. Der Haushalt endet zwar noch nicht direkt an der Grundstücksgrenze, so dass z.B. auch Aufwendungen zur Herstellung im öffentlichen Grund und Boden oder Kosten für den Winterdienst begünstigt sein können. Bei einer Entfernung von 4 km zur Werkstatt fehle es aber an einem erforderlichen unmittelbaren räumlichen Zusammenhang zum Haushalt. Auch der Umstand, dass die Transportleistung vom Raumausstatter erbracht worden sei, ändere nichts an der Beurteilung, da es sich hierbei um eine untergeordnete Nebenleistung gehandelt habe.

Hinweis:

Angesichts dieser Entscheidung weist der Lohnsteuerhilfeverein Stuttgart darauf hin, dass dringend darauf zu achten ist, dass für den Abzug von Handwerkerrechnungen alle erforderlichen Voraussetzungen vorliegen und die Handwerker ihre Leistungen zudem im engen räumlichen Zusammenhang zum Haushalt des Steuerpflichtigen erbringen, falls dies möglich ist.

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