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Günstige Vermietung an Familienangehörige

Günstige Vermietung an Familienangehörige

Lohnsteuerhilfeverein Leipzig. Das Vermieten an Familienangehörige ist recht beliebt: Der Vermieter kennt seinen Mieter und kann darauf vertrauen, dass dieser seine Pflichten aus dem Mietvertrag gewissenhaft erfüllt. Auch von einer pfleglichen Behandlung des Mietobjekts kann der Vermieter ausgehen und Gefahren durch mögliche Mietnomaden ausschließen. Und der Mieter weiß in Zeiten steigender Mieten und knappem Wohnraum die meist günstige Miete zu schätzen.

Lohnsteuerhilfeverein Leipzig: Fremdvergleich beachten

Hinzu kommt noch als weiterer Vorteil: Der Vermieter kann seine Werbungskosten den Mieteinnahmen gegenrechnen und alle steuerlichen Vorteile geltend machen. Voraussetzung dafür ist, dass der Mietvertrag so wie unter fremden Dritten geschlossen und durchgeführt wird. Dabei ist insbesondere dringend zu empfehlen, dass die Miete zuzüglich der geschuldeten Nebenkostenvorauszahlungen monatlich pünktlich überwiesen wird. Von einer Verrechnung z.B. mit Gegenansprüchen aufgrund geschuldeter Unterhaltsleistungen ist eher abzuraten, wie der Lohnsteuerhilfeverein Leipzig betont.

Ortsübliche Vergleichsmiete

Wie der Lohnsteuerhilfeverein Leipzig weiter mitteilt, spielt bei der steuerlichen Beurteilung die ortsübliche Vergleichsmiete eine bedeutende Rolle: Laufende Ausgaben für Betriebskosten, Abschreibungen, Reparaturen und Zinsen können vom Vermieter nur dann vollständig den Mieteinnahmen gegengerechnet werden und so für geringere Einkünfte oder sogar Verluste aus der Vermietung sorgen, wenn die Miete einen bestimmten Anteil an der ortsüblichen Vergleichsmiete erreicht. Da bei der Vermietung zwischen Verwandten häufig eine relativ geringe Miete vereinbart wird, spielt diese Abgrenzung hierbei eine große Rolle.

Lohnsteuerhilfeverein Leipzig: Kalt- oder Warmmiete

Der BFH hatte nun über einen Fall zu entscheiden: Dabei war zwischen dem Finanzamt und den an Angehörige vermietenden Klägern strittig, ob bei der Berechnung der ortsüblichen Vergleichsmiete die Kaltmiete oder die Warmmiete zugrunde zulegen sei. Für die Vermieter ist die Berechnung mittels der Warmmiete im Regelfall günstiger. Grund dafür ist, dass die Betriebskosten angesichts steigender Heizkosten einen immer höheren Anteil an der Gesamtmiete ausmachen.

Entscheidung des Bundesfinanzhofs: Urteil vom 10.05.2016, IX R 44/15

Erfreulicherweise hat der BFH eine Entscheidung zugunsten der Kläger gefällt. Denn er hat für die Berechnung der ortsüblichen Miete die Kaltmiete zuzüglich der umlagefähigen Betriebskosten als Beurteilungsmaßstab zugrunde gelegt. Um diese zu ermitteln, musste allerdings vorerst ans ursprüngliche Finanzgericht zurückverwiesen werden. Sofern sich hierbei herausstellen sollte, dass die Miete mehr als 75 % der ortsüblichen Vergleichsmiete beträgt, können die Vermieter den vollen Werbungskostenabzug bei der Vermietung geltend machen und erzielen im vorliegenden Fall aufgrund erheblicher Verluste aus der Vermietung einen bedeutenden steuerlichen Vorteil.

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Bei der Erstellung von Einkommensteuererklärungen im Rahmen der Beratungsbefugnis gemäß § 4 Nr. 11 StBerG bei Einkünften aus nichtselbständiger Tätigkeit oder Renteneinkünften und bei zusätzlichen Einkünften aus Vermietung oder Kapitalvermögen, sofern die Einnahmen EUR 13.000 bei Alleinstehenden bzw. EUR 26.000 bei Zusammenveranlagung nicht übersteigen, können Sie sich im Rahmen einer Mitgliedschaft auch bei Fragen zur Abzugsmöglichkeit der Werbungskosten bei der Vermietung in einer von ca. 650 Beratungsstellen des Aktuell Lohnsteuerhilfeverein e.V. umfassend beraten lassen.

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