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Studienkosten als Werbungskosten

Studienkosten als Werbungskosten

Lohnsteuerhilfeverein Karlsruhe: Werbungskostenabzug trotz Stipendium?

Ist ein vorweggenommener Werbungskostenabzug bei den Einkünften aus nichtselbständiger Tätigkeit möglich, obwohl der Steuerpflichtige hierfür Stipendiumsleistungen erhielt? Auf diese interessante Fragestellung weist der Lohnsteuerhilfeverein Karlsruhe hin.

Verfahren vor dem FG Köln, Az.: 12 K 562/13, Sachverhalt

Hintergrund ist die Steuererklärung eines Rechtsanwalts, der als wissenschaftlicher Mitarbeiter Einkünfte aus nichtselbständiger Tätigkeit erzielte. Er führte ein Aufbaustudium in Form des LL.M. (Master of Laws) in den USA durch. Hierfür erhielt er vom Deutschen Akademischen Austausch Dienst (DAAD) ein Stipendium, das einen Zuschuss zum Lebensunterhalt, für Reisekosten und die Übernahme von Studiengebühren beinhaltete. Für das Streitjahr ergaben sich für den Rechtsanwalt im Zusammenhang mit dem LL. M.-Studium stehende Werbungskosten in Höhe von annähernd EUR 30.000,00. Das Finanzamt erkannte lediglich die um das Stipendium gekürzten Werbungskosten an, da es einen Zusammenhang mit steuerfreien Einnahmen erkannte.

Lohnsteuerhilfeverein Karlsruhe: Auffassung des Klägers

Nach erfolglosem Einspruchsverfahren reichte der Rechtsanwalt gegen die Entscheidung des Finanzamts Klage ein. Er vertrat die Auffassung, dass das Stipendium nicht steuerbar sei, weil kein Transfer von Einkommen stattfinde und lediglich eine Vermögensminderung ausgeglichen werde. Somit finde das Abzugsverbot nach § 3 c EStG keine Anwendung. Es handele ich um eine nicht steuerbare Vermögensmehrung, die keiner Einkunftsart des EStG zuzuordnen sei. Mit dem Stipendium werde nicht das Studium als solches honoriert. Vielmehr beziehe es sich auf die in der Vergangenheit erbrachten Leistungen, wie besonders gute Abschlüsse, bereits erworbene akademische Grade und soziales Engagement. Es dürfe auch keinen Unterschied machen, ob die Kosten des Studiums von den Eltern getragen werden oder mittels eines Stipendiums finanziert würden.

Entscheidung des FG Köln

Das Finanzgericht Köln war allerdings anderer Meinung, wie der Lohnsteuerhilfeverein Karlsruhe mitteilt. Demnach waren die durch das Masterstudium entstandenen Kosten um die Stipendiumsleistungen zu kürzen. Denn die durch das Stipendium steuerfrei erstatteten Kosten führten dazu, dass der Kläger in dieser Höhe letztlich keine Aufwendungen getragen hatte. Er war durch die Ausgaben wirtschaftlich nicht belastet. Das DAAD wiederum erfüllte, anders als Eltern, seine Satzungszwecke, so dass keine freigebige Zuwendung vorliege. Mangels Aufwandes sei auch die Entscheidung der Frage unerheblich, ob es sich um steuerbare Leistungen gehandelt habe.

Revision beim Bundesfinanzhof, Az.: VI R 29/16

Wegen grundsätzlicher Bedeutung der Angelegenheit wurde die Revision zugelassen. Die Revision ist nunmehr beim BFH anhängig, worauf der Lohnsteuerhilfeverein Karlsruhe hinweist. Wir dürfen auf den Ausgang des Verfahrens gespannt sein.

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