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Steuerpflichtige mit Behinderung

Steuerpflichtige mit Behinderung

Personen mit Behinderungen haben es häufig ohnehin nicht leicht. Neben körperlichen oder geistigen Einschränkungen müssen sie im Regelfall auch noch teilweise erhebliche finanzielle Belastungen in Kauf nehmen. Wenigstens auf steuerlichem Gebiet ist für diese Steuerpflichtigen ein gewisser Ausgleich geschaffen worden. Der Lohnsteuerhilfeverein eV weist auf die mögliche Berücksichtigung des Behinderten-Pauschbetrags hin.

Lohnsteuerhilfeverein eV – Höhe des Behinderten-Pauschbetrags

Die Höhe des Behinderten-Pauschbetrags steigt mit der Höhe des festgestellten Grads der Behinderung (GdB). Vorteil hierbei: In typischen Fällen müssen nicht alle entstandenen Kosten einzeln festgestellt werden. Es wird davon ausgegangen, dass diejenigen Steuerpflichtigen mit einem höheren GdB auch eher höhere Kosten tragen müssen. Die Staffelung des Pauschbetrags sieht wie folgt aus: Bei einem GdB zwischen 25 und 30 beträgt der Pauschbetrag EUR 310, zwischen 35 und 40 EUR 430, zwischen 45 und 50 EUR 570 und zwischen 55 und 60 EUR 720. Weiter beträgt der Pauschbetrag bei einem GdB zwischen 75 und 80 EUR 1.060, zwischen 85 und 90 EUR 1.230 und zwischen 95 und 100 EUR 1.420. Der Lohnsteuerhilfeverein eV weist weiter darauf hin, dass Schwerbehinderten mit dem  Merkzeichen „H“ für hilflos oder „Bl“ für blind, ein erhöhter Pauschbetrag in Höhe von EUR 3.700 zusteht.

Lohnsteuerhilfeverein eV: Ein Antrag muss sein

Aber aufgepasst, für diese Vergünstigung ist ein Antrag erforderlich: Im Hauptvordruck der Einkommensteuererklärung sind auf der Seite 3 bei den außergewöhnlichen Belastungen die entsprechenden Einträge vorzunehmen. Der Lohnsteuerhilfeverein eV und seine Mitarbeiter können hier weiterhelfen. Selbstverständlich können auch tatsächliche Kosten angesetzt werden. Aber nur, wenn diese höher als die Pauschalen sind, wobei dann aber die Rechnungen vorzulegen sind.

Erforderliche Nachweise

Als Nachweis ist der Schwerbehindertenausweis, ein Rentenbescheid, die Bescheinigung des Versorgungsamts oder ein Feststellungsbescheid geeignet. Die Nachweise sind bei der ersten Beantragung beizufügen, später jedenfalls immer bei möglichen Änderungen. Der Lohnsteuerhilfeverein eV rät, darauf zu achten, dass auch eine Feststellung der Behinderung für vorangegangene Jahre in Betracht kommen kann. Voraussetzung dafür ist, dass diese auch für die Vergangenheit bescheinigt wird. Hierbei besonders erfreulich: auch bestandskräftige Steuerbescheide sind bei rückwirkender Bescheinigung zu ändern und Steuern dann noch zurückzuerstatten.

Sonstiges:

Auch bei behinderten Kindern besteht ein Anspruch auf den Behinderten-Pauschbetrag. Sofern Ihr Kind diesen noch nicht selbst nutzt und ein Kindergeldanspruch besteht, ist nach Auskunft des Lohnsteuerhilfeverein eV wie folgt vorzugehen: Auf der Seite 3 der Anlage Kind kann durch Ausfüllen der entsprechenden Felder die Übertragung des Behinderten-Pauschbetrags bewirkt werden. Hierbei ist zu beachten, dass dieser Antrag jeweils nur für ein Jahr gilt und daher im Folgejahr erneut zu stellen ist.


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Bei der Erstellung von Einkommensteuererklärungen im Rahmen der Beratungsbefugnis gemäß   § 4 Nr. 11 StBerG bei Einkünften aus nichtselbständiger Tätigkeit oder Renteneinkünften, können Sie sich im Rahmen einer Mitgliedschaft auch bei Fragen im Zusammenhang mit den Behindertenpauschbeträgen in einer von ca. 650 Beratungsstellen des Aktuell Lohnsteuerhilfeverein e.V. umfassend beraten lassen.

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