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Fortbildungskosten für Arbeitnehmer

Fortbildungskosten für Arbeitnehmer

Arbeitnehmer können die Kosten für Maßnahmen der Ausbildung oder Fortbildung steuerlich geltend machen. Allerdings ist zwischen diesen beiden Kostenarten strikt zu unterscheiden, worauf der Lohnsteuerhilfeverein Bochum hinweist.

Lohnsteuerhilfeverein Bochum: Ausbildungskosten

Mit Ausbildungskosten sind die Kosten der Erstausbildung gemeint. Dies betrifft die erste Ausbildung, die erste Lehre oder das erste Studium zum Erlernen eines künftigen Berufs. Diese Ausbildungskosten sind zwar steuerlich absetzbar. Aber leider nur als Sonderausgaben und bis zu einem max. Betrag von EUR 6.000,00. Und das wirkt sich steuerlich nicht aus, wenn im betreffenden Jahr keine oder nur ganz geringe Einkünfte erzielt wurden.

Fortbildungskosten

Sofern die erste Ausbildung abgeschlossen ist, liegen bei einer weiteren Ausbildung Fortbildungskosten vor. Die erste Ausbildung muss allerdings mindestens 12 Monate gedauert haben und mit einer Prüfung abgeschlossen worden sein. Des weiteren sollte die zweite Ausbildung im Zusammenhang mit dem ausgeübten oder angestrebten Beruf stehen. Wie der Lohnsteuerhilfeverein Bochum mitteilt, ist dann hinsichtlich der Fortbildungskosten ein unbegrenzter Abzug der Werbungskosten möglich. Diese Kosten der Fortbildung werden also den Einkünften aus nichtselbständiger Tätigkeit gegengerechnet. Und noch besser: Sofern die Fortbildungskosten höher sind als die Einnahmen aus der Arbeitnehmertätigkeit, kann ein Verlust festgestellt werden. Und dieser Verlust kann dann in spätere Jahre, in denen der Verdienst ansteigt, zugunsten des Arbeitnehmers berücksichtigt werden. Die Steuerlast sinkt dadurch auch noch in den nachfolgenden Jahren.

Lohnsteuerhilfeverein Bochum: Unterschied verfassungswidrig?

Die Auswirkung von Ausbildungs- oder Fortbildungskosten ist also grundsätzlich unterschiedlich. Der Ansatz von Fortbildungskosten bei den Werbungskosten ist dabei im Regelfall weitaus günstiger. Aber aufgepasst: Auch der Bundesfinanzhof sieht diese unterschiedliche Behandlung in mehreren Verfahren als verfassungsrechtlich bedenklich an, so dass nun das Bundesverfassungsgericht entscheiden muss. Aufgrund der anhängigen Verfahren erhalten nunmehr alle Einkommensteuerbescheide mit dieser Problematik einen Vorläufigkeitsvermerk. Das bedeutet, dass im Fall einer günstigen gerichtlichen Entscheidung eine Änderung zugunsten der Steuerpflichtigen erfolgen kann. Aber hier ist wiederum zu beachten: Nur wenn die Ausbildungskosten in der Steuererklärung auch angegeben wurden, kann eine spätere, günstige Änderung erfolgen.

Hinweis: Allen in Ausbildung befindlichen Personen und Studenten ist daher anzuraten, die Ausbildungskosten zusammenzustellen und die Belege aufzubewahren. Diese Kosten sind dann im Hinblick auf den späteren Beruf bei den Einkünften aus nichtselbständiger Tätigkeit als Werbungskosten anzusetzen. In diesem Fall kann eine nachträgliche Berücksichtigung bei positivem Ausgang der Verfahren noch erfolgen.


Weitere Beiträge zum Thema Ausbildung:

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Ausbildungskosten für Kinder – welche Gebühren sind absetzbar?


Bei der Erstellung von Einkommensteuererklärungen im Rahmen der Beratungsbefugnis gemäß    § 4 Nr. 11 StBerG bei Einkünften aus nichtselbständiger Tätigkeit, Renteneinkünften oder Einkünften aus Unterhaltsleistungen und dann auch bei der Beurteilung von Ausbildungs- oder Fortbildungskosten können Sie sich im Rahmen einer Mitgliedschaft in einer von ca. 650 Beratungsstellen des Aktuell Lohnsteuerhilfeverein e.V. umfassend beraten lassen.

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