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Kosten bei Burn-out als Werbungskosten?

Kosten bei Burn-out als Werbungskosten?

Lohnsteuerhilfeverein Augsburg. In zunehmendem Maße führen psychische Erkrankungen dazu, dass Arbeitnehmer arbeitsunfähig erkranken. Zum einen liegt das an der immer stärker werdenden Arbeitsbelastung in der heutigen Arbeitswelt. Aber auch das betriebliche Umfeld, insbesondere ein schlechtes Betriebsklima, nicht erfüllbare Vorgaben, Angst um den Arbeitsplatz oder ständig wechselnde Arbeitszeiten und Schichtdienst setzen Arbeitnehmer zunehmend unter Druck. Und wenn dann auch im Privatleben kein Ausgleich möglich ist und Unterstützung durch die Familie fehlt, kommt es zu Krisen und Burn-out. Der Lohnsteuerhilfeverein Augsburg weist darauf hin, dass beispielsweise 2011 bereits fast 60 Millionen Arbeitsunfähigkeitstage aufgrund psychischer Erkrankungen registriert wurden. Das stellt einen Anstieg um mehr als 80 % in den letzten 15 Jahren dar.

Lohnsteuerhilfeverein Augsburg: Klinikkosten als Werbungskosten?

Wenn nichts mehr hilft, bleibt als letztes Mittel oft nur noch ein Klinikaufenthalt. Sodass dem Arbeitnehmer überhaupt wieder eine Rückkehr ins Berufsleben möglich ist. Der Lohnsteuerhilfeverein Augsburg weist darauf hin, dass hierdurch erhebliche Kosten entstehen können, die nicht immer von den Krankenkassen vollständig übernommen werden. Naheliegend ist daher, diese Kosten in der Steuererklärung als Werbungskosten bei den Einkünften aus nichtselbständiger Tätigkeit berücksichtigen zu lassen. Wenn diese Voraussetzungen nicht erfüllt sind, kommt auch ein Ansatz der Kosten als  außerordentliche Belastungen in Betracht.

Bundesfinanzhof, Az.: VI R 36/13

Der Lohnsteuerhilfeverein Augsburg weist auf folgenden, vom Bundesfinanzhof entschiedenen Fall hin: Der Kläger war nach einer Fusion seines Arbeitgebers nicht auf den erhofften Posten befördert worden. Ihm wurde vielmehr eine ungünstige Anpassung des Arbeitsvertrags angedroht. Aufgrund dieses Sachverhalts erlitt er akute gesundheitliche Beschwerden. So musste er sich letztlich in eine psychosomatische Klinik begeben. Die Krankenkasse erstattete lediglich einen kleinen Teilbetrag der Kosten, da sie die Notwendigkeit eines stationären Aufenthalts verneinte.

Lohnsteuerhilfeverein Augsburg: Entscheidung des BFH vom 09.11.2015

Der BFH schloss sich letztlich der ablehnenden Entscheidung auch von Finanzamt und Finanzgericht an. Da die dargestellten Aufwendungen, die der berufstätige Kläger für seine Gesundheit tätigte, sowohl den privaten, als auch den beruflichen Lebensbereich betraf, wurde ein Abzug bei den Werbungskosten nicht akzeptiert. Denn es fehlte an einer eindeutigen, nur beruflichen Veranlassung dieser Klinikkosten. Insbesondere konnte nicht festgestellt werden, dass die Entstehung der Erkrankung wesentlich durch den Beruf mitbedingt wurde, wie diese bei typischen Berufskrankheiten der Fall wäre. Selbst aus dem ärztlichen Attest ließ sich nicht eindeutig entnehmen, dass der Burn-out berufsbedingt war.

Keine außergewöhnlichen Belastungen

Wie der Lohnsteuerhilfeverein Augsburg jedoch weiter mitteilt, wurde auch ein Ansatz bei den außergewöhnlichen Belastungen verneint. Aufwendungen zur Heilung oder Linderung einer Krankheit werden zwar grundsätzlich als außergewöhnliche Belastungen anerkannt. Allerdings ist die Zwangsläufigkeit von krankheitsbedingten Aufwendungen für Arznei- Heil- oder Hilfsmitteln durch ein vor Beginn der Maßnahme ausgestelltes amtsärztliches Gutachten oder eine ärztliche Bescheinigung zu führen, woran es im vorliegenden Fall fehlte. Der Kläger blieb daher letztlich leider auf seinen Kosten sitzen.


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Bei der Erstellung von Einkommensteuererklärungen im Rahmen der Beratungsbefugnis gemäß    § 4 Nr. 11 StBerG bei Einkünften aus nichtselbständiger Tätigkeit, Renteneinkünften oder Einkünften aus Unterhaltsleistungen und dann auch bei Fragen zu den Werbungskosten können Sie sich im Rahmen einer Mitgliedschaft in einer von ca. 650 Beratungsstellen des Aktuell Lohnsteuerhilfeverein e.V. umfassend beraten lassen.

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