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Änderungen beim Kinderfreibetrag

Änderungen beim Kinderfreibetrag

Lohnsteuerhilfe ev:

Bekanntlich ermittelt das Finanzamt bei der jährlichen Berechnung der Einkommensteuer im Rahmen einer Günstigerprüfung, ob für Eltern das Kindergeld oder die Anrechnung des Kinderfreibetrags günstiger ist. Bei dieser Berechnung wirkt sich naturgemäß die jeweilige Höhe von Kindergeld bzw. Kinderfreibetrag aus.

Kindergeld

Das Kindergeld belief sich im Jahr 2014 auf EUR 184,00 für das erste und zweite Kind. Für das dritte Kind betrug es EUR 190,00 und für das vierte und die weiteren Kinder EUR 215,00. Für das Jahr 2015 wurden diese Beträge um jeweils EUR 4,00 pro Kind angehoben und 2016 um weitere EUR 2,00, worauf die Lohnsteuerhilfe ev hinweist. Das Kindergeld wird an die Eltern monatlich überwiesen und muss zunächst nicht versteuert werden.

Kinderfreibetrag – Lohnsteuerhilfe ev erklärt:

Der Kinderfreibetrag stellt im Gegensatz hierzu einen Freibetrag dar, der vom zu versteuernden Einkommen abgezogen wird und sich bei der Berechnung der Einkommensteuer steuermindernd auswirkt. Das ausgezahlte Kindergeld wirkt sich zunächst als Vorausleistung auf den jährlichen Kinderfreibetrag aus. Wie die Lohnsteuerhilfe ev erläutert, besteht während des Anspruchs auf Kindergeld auch der Anspruch auf den Kinderfreibetrag. Im Wesentlichen gilt dies bis zum 18. Lebensjahr des Kindes. Sofern sich das Kind noch in Ausbildung oder Studium befindet, gilt die Regelung sogar bis zum 25. Lebensjahr. Auch der Kinderfreibetrag wurde nunmehr angehoben. Er belief sich im Jahr 2014 auf EUR 7.008,00, 2015 auf EUR 7.152,00 und beträgt für 2016 EUR 7.248,00

Höhe des Kinderfreibetrags zu niedrig?

Die Lohnsteuerhilfe ev weist nun auf einen bedeutsamen Beschluss des Niedersächsischen Finanzgerichts vom 16.02.2016 (Az.: 7 V 237/15) hin. Dort kam das FG zu dem allerdings vorläufigen Ergebnis, dass der Kinderfreibetrag in Höhe von EUR 7.008,00 pro Kind für das Jahr 2014 offensichtlich zu niedrig sei. An der Verfassungsmäßigkeit dieser gesetzlichen Regelung für das Jahr 2014 bestünden ernstliche Zweifel. Denn es gilt der Grundsatz, dass Einkommensteile, die zur Sicherung des Existenzminimums erforderlich sind, nicht besteuert werden dürfen. Der Rechtsstreit befindet sich nunmehr beim Bundesfinanzhof. Besonders interessant hierbei: die Erhöhung des Kinderfreibetrags war von der Politik bereits einhellig auch für 2014 in Aussicht gestellt worden. Dieses Vorhaben wurde dann jedoch nicht in die Tat umgesetzt.

Reaktion der Finanzverwaltung

Wie die Lohnsteuerhilfe ev weiter erläutert, hat die Finanzverwaltung unter diesen Umständen deutlich reagiert. Sämtliche Einkommensbescheide für 2014 werden hinsichtlich der Berücksichtigung des Kinderfreibetrags nur noch als vorläufig angesetzt. Dies hat für die betroffenen Eltern die erfreuliche Folge, dass sie in keiner Weise tätig werden müssen. Sollte sich herausstellen, dass der Freibetrag für 2014 tatsächlich anzuheben war, werden diese Einkommensteuerbescheide für 2014 automatisch geändert. Vor diesem Hintergrund wird auch Anträgen auf Aussetzung der Vollziehung für 2014 in diesem Umfang stattgegeben.


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