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Kinderbetreuungskosten: Gibt es steuerliche Vorteile?

Kinderbetreuungskosten: Gibt es steuerliche Vorteile?

Der Lohnsteuer eV weist darauf hin, dass die Eltern die Kosten für die Betreuung von Kindern zu 2/3 von der Steuer absetzen können. Besonders interessant: Es spielt keine Rolle, ob die Kinder durch eine Tagesmutter, durch eine Betreuungsperson im Haushalt der Eltern oder in einer Kindertagesstätte betreut werden. Voraussetzung ist aber, dass die Kinder das 14. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Auch gilt eine Höchstgrenze von 4.000 Euro.

Kinder mit Behinderung: keine Altersbeschränkung

Bei Kindern mit Behinderung, können die Kinderbetreuungskosten ohne Altersbeschränkung geltend gemacht werden, wenn die Behinderung vor dem 25. Lebensjahr eingetreten ist, wie der Lohnsteuer eV mitteilt.

Betreuung durch Großeltern

Auch die Betreuung durch die Großeltern kann solche Kinderbetreuungskosten verursachen, sofern eine Vereinbarung zur Kinderbetreuung zugrundeliegt. In diesem Fall liegen nämlich die erforderlichen Dienstleistungen vor und sind auch nachweisbar. Von einer bloßen familiären Hilfeleistung oder Gefälligkeit ist dann nämlich nicht mehr auszugehen, wie der Lohnsteuer eV betont.

Lohnsteuer eV: Nur Fahrtkosten als Kinderbetreuungskosten?

Der Lohnsteuer eV weist auf ein rechtskräftiges Urteil des FG Baden-Württemberg hin. Im entschiedenen Fall hatten die Mütter der Kläger deren Kind unentgeltlich betreut. Lediglich hinsichtlich der Fahrtkosten wurde eine schriftliche Vereinbarung getroffen, wonach die Eltern an ihre Mütter 0,30 Euro für jeden gefahrenen Kilometer zu zahlen hatten. Das Finanzamt vertrat die Ansicht, dass es sich hierbei um keine klare Vereinbarung handele. Denn sie entspreche nicht dem, was zwischen Fremden üblich sei. Insbesondere die eigentlichen unentgeltlichen Betreuungsleistungen missbilligte das Finanzamt.

Entscheidung des FG Baden-Württemberg, Az.: 4 K 3278/11 Urteil vom 09.05.2012

Das Finanzgericht bestätigte die Auffassung der Eltern, wie der Lohnsteuer eV erfreut feststellt. Als entscheidend wurde hierbei angesehen, dass zwischen den Klägern und den Müttern als Betreuungspersonen ein ernstgemeintes, gegenseitig berechtigendes und verpflichtendes Schuldverhältnis bestand, das wie unter fremden Dritten üblich vereinbart und durchgeführt wurde. Insbesondere wurden die vereinbarten Fahrtkosten auch jeweils im Wege der Überweisung bezahlt. Die eigentliche unentgeltliche Betreuungsleistung schadete hierbei nicht, weil sich die Vereinbarung der Kostenerstattung ja gerade nur auf die Fahrtkosten bezog. Letztlich konnten die Kläger 2/3 der Fahrtkosten der Mütter als Kinderbetreuungskosten ansetzen

Fazit:

Der Lohnsteuer ev weist darauf hin, dass die Kinderbetreuungskosten im weiten Umfang ansetzbar sind. Sofern die Betreuung im Verwandtenkreis erfolgt, ist unbedingt auf eine ausreichende vertragliche Vereinbarung und tatsächliche Durchführung dieser Vereinbarung zu achten.

Lesen Sie auch unseren Beitrag „Ferienbetreuung für Kinder – sind die Kosten hierfür absetzbar?


Bei der Erstellung von Einkommensteuererklärungen im Rahmen der Beratungsbefugnis gemäß   § 4 Nr. 11 StBerG bei Einkünften aus nichtselbständiger Tätigkeit oder Renteneinkünften, können Sie sich im Rahmen einer Mitgliedschaft auch bei Fragen im Zusammenhang mit Kinderbetreuungskosten in einer von ca. 650 Beratungsstellen des Aktuell Lohnsteuerhilfeverein e.V. umfassend beraten lassen.

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