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Heimkosten für Eltern als außergewöhnliche Belastungen

Heimkosten für Eltern als außergewöhnliche Belastungen

Die Lebenserwartung steigt hierzulande ständig und erwachsene Kinder müssen sich teilweise über einen zunehmend langen Zeitraum hinweg um ihre Eltern kümmern und beispielsweise die Heimkosten für Eltern zahlen. Zum einen ist es erfreulich, wenn Rentner ihren Lebensabend länger genießen können. Andererseits hat dies immer öfter zur Folge, dass die Kinder Ihre Eltern letztlich doch in einem Pflegeheim unterbringen und die Kosten hierfür zahlen müssen, wenn sie selbst der Belastung nicht mehr gewachsen sind. Aber wer trägt die Heimkosten für Eltern, wenn Mutter und Vater nur eine geringe Rente erhalten? Oder wenn sie kaum eigenes Vermögen und keine gute Altersvorsorge haben?

Heimkosten für Eltern: Grundsicherung und Unterhaltspflichten

Sobald bei den Eltern Pflegebedürftigkeit eintritt, können sie die Pflegeversicherung in Anspruch nehmen und müssen dann noch ihr Einkommen, ihre Rente und ihr Vermögen einsetzen. Sofern das alles nicht ausreicht, können aber auch die Kinder zum Unterhalt verpflichtet sein. So kann das leistende Sozialamt den Anspruch auf Elternunterhalt gegen die erwachsenen Kinder geltend machen.

Zum Glück gibt es einen relativ hohen Selbstbehalt, der den unterhaltspflichtigen Kindern vom eigenen Einkommen verbleiben muss. Dieser beträgt bei einem alleinstehenden erwachsenen Kind netto 1.800 Euro, bei einem Ehepaar 3.240 Euro. Und beim über diesen Betrag hinausgehenden Einkommen verbleibt dem Kind nochmals in etwa die Hälfte. Das eigene Haus muss das unterhaltspflichtige Kind keinesfalls verkaufen. Die Zins- und Tilgungsleistungen hierfür sind ebenso wie auch die eigene Altersvorsorge und Aufwendungen hierfür geschützt. Unterhaltsverpflichtungen gegenüber eigenen Kindern oder Ex-Ehegatten sind vorrangig abzugsfähig.

Außergewöhnliche Belastungen

Die erwachsenen Kinder erhalten steuerliche Entlastung bei solchen Unterhaltsleistungen. Pflegekosten können sie dann als außergewöhnliche Belastungen geltend machen. Dies ist der Fall, wenn Pflegebedürftigkeit vorliegt und Pflegestufen bzw. -grade festgestellt wurden oder auch eine kurzzeitige Pflege erforderlich ist. Erstattungen oder Zahlungen von Versicherungen oder anderen Stellen müssen zunächst angerechnet werden.

Die Pflegekosten sind dann auch noch um die zumutbare Belastung zu kürzen. Diese ist von der Höhe des Einkommens des unterhaltsverpflichteten Kindes und seinen familiären Umständen abhängig und kann zwischen 1 % und 7 % des Gesamtbetrags der Einkünfte betragen. Die Kosten für pflege-, behinderungs- oder krankheitsbedingte Unterbringung umfassen alle vom Heim in Rechnung gestellte Kosten für Unterkunft und Verpflegung. Rein altersbedingte Pflegekosten sind aber als übliche Kosten der Lebensführung zu betrachten und nicht ansatzfähig.

Haushaltsnahe Dienstleistungen

Bei einer Pflege zuhause kann ein Ansatz der Kosten für haushaltsnahe Dienstleistungen oder Beschäftigungsverhältnisse in Betracht kommen. Hier können auch altersbedingte Pflegekosten, sonstige hauswirtschaftliche Leistungen und Kosten berücksichtigt werden, die als zumutbare Belastung bei den außergewöhnlichen Belastungen nicht ansatzfähig waren.


Haben Sie noch mehr Fragen, wie Sie Pflege- und Heimkosten für Eltern bei Ihrer Einkommensteuererklärung absetzen. Dann nehmen Sie einfach Kontakt mit uns auf und vereinbaren Sie einen Beratungstermin beim Berater oder bei der Beraterin in Ihrer Nähe. Unsere über 650 Beratungsstellen vom Aktuell Lohnsteuerhilfeverein e.V. beraten Sie und erstellen Ihre Einkommensteuererklärung im Rahmen einer Mitgliedschaft begrenzt nach § 4 Nr. 11 StBerG.

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