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Einkommensteuer-Erklärung: Ehrenamtliche Übungsleiter

Einkommensteuer-Erklärung: Ehrenamtliche Übungsleiter

Erfahren Sie alles wichtige zur Einkommensteuer-Erklärung, wenn Sie eine ehrenamtliche Tätigkeit übernehmen. Gibt es steuerliche Vorteile? Verschaffen Sie sich einen Überblick mit dem nachfolgenden Blog Beitrag.

Viele gemeinnützige Körperschaften sind auf sie dringend angewiesen: die Übungsleiter, Ausbilder oder Betreuer. Diese erbringen überwiegend Tätigkeiten auf pädagogischem Gebiet und arbeiten eng mit anderen Menschen zusammen. Häufig ist z.B. eine sinnvolle Vereinstätigkeit nur durch die Leistungen dieses Personenkreises erst möglich. Denn ihre Leistungen werden mit hohem Engagement bei einer nur vergleichsweise moderaten Vergütung erbracht. Da stellt sich natürlich die Frage, ob und wie die Übungsleiter und Ausbilder die Beträge in ihrer Einkommensteuer-Erklärung angeben müssen. Lohnt sich die Tätigkeit dann überhaupt noch?

Übungsleiter Pauschale bei der Einkommensteuer-Erklärung

Für diese Sachverhalte ist die steuerfreie Übungsleiterpauschale vorgesehen, die an mehrere Voraussetzungen geknüpft ist. Allgemein gilt: Einnahmen bis zu einem Höchstbetrag in Höhe von insgesamt EUR 2.400,00 im Jahr sind steuer- und beitragsfrei, wenn sie für eine bestimmte Art von Nebentätigkeiten bezahlt werden. Zum einen kann es sich um eine Tätigkeit als Übungsleiter, Ausbilder, Erzieher, Betreuer oder ähnliches handeln. Auch künstlerische Tätigkeiten fallen hierunter. Das gleiche gilt für die Pflege alter, kranker und behinderter Menschen. In der Einkommensteuer-Erklärung ist der Freibetrag dann sogar als Jahresbetrag zu berücksichtigen. Wenn also die Tätigkeit nur für einige Monate im Jahr ausgeübt wird, findet keine zeitanteilige Kürzung statt.

Begünstigte Tätigkeiten

Folgende Tätigkeiten werden zum Beispiel steuerlich begünstigt:

  • Übungsleiter- und Trainertätigkeiten
  • Lehr- oder Vortragstätigkeit
  • Jugendleiter, Chorleiter- und Dirigententätigkeiten
  • Mütterberater
  • Prüfungstätigkeiten
  • Erste-Hilfe-Kurse
  • Betreuer, z.B. in der Telefon Fürsorge

Nicht in der Einkommensteuer-Erklärung begünstigt zu berücksichtigen sind demgegenüber nachfolgende Tätigkeiten, wie beispielsweise:

  • Vereinsvorstand
  • Vereinskassierer
  • Geräte- oder Platzwart
  • Schiedsrichter

Diese können häufig jedoch als ehrenamtlich tätige Personen einen anderweitigen Freibetrag beanspruchen.

Weitere Voraussetzungen

Der Auftraggeber dieser Personen muss entweder eine juristische Person des öffentlichen Rechts oder eine steuerbefreite Körperschaft sein, häufige Beispiele sind Vereine, IHK, Religionsgemeinschaften, Universitäten oder Kindergärten. Der Freibetrag bei der Einkommensteuer-Erklärung wird nur für eine nebenberufliche Tätigkeit gewährt. Eine solche wird im Regelfall bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von maximal 14 Stunden anzunehmen sein. Das Engagement wird also in diesem Rahmen bei der Einkommensteuer-Erklärung honoriert.

Beratungsbefugnis für Lohnsteuerhilfevereine

Je nachdem, inwieweit der Betreffende in den betrieblichen Ablauf eingebunden ist, handelt es sich um Einkünfte aus nichtselbständiger oder auch aus selbständiger Tätigkeit. Aber besonders erfreulich: Sofern die Einnahmen aus der Tätigkeit als Übungsleiter o.ä. infolge des Freibetrags in voller Höhe steuerfrei sind, besteht auch dann die Beratungsbefugnis eines Lohnsteuerhilfevereins, wenn es sich um eine selbständige Tätigkeit handelt. Auch der Lohnsteuerhilfeverein darf dann also die Einkommensteuer-Erklärung erstellen.


Bei der Erstellung von Einkommensteuererklärungen im Rahmen der Beratungsbefugnis begrenzt nach § 4 Nr. 11 StBerG bei Einkünften aus nichtselbständiger Tätigkeit, Renten oder Unterhaltsleistungen, und dann auch bei weiteren, nach § 3 Nr. 26 EStG vollständig steuerfreien Einnahmen, können Sie sich im Rahmen einer Mitgliedschaft in einer von ca. 650 Beratungsstellen des Aktuell Lohnsteuerhilfeverein e.V. umfassend beraten lassen.

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